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Die Tücken des Objekts oder warum portugiesische Türen anders sind

 

Nach unserer Landung in Porto klappte die Mietwagenübernahme problemlos, und dann ging es in die Berge süd-östlich von Porto. Verabredet war ein telefonischer Kontakt mit der Vermieterin, was wir auch bald hinter Vale de Cambre versuchten. Auch ohne Englischkenntnisse ihrerseits haben wir uns dennoch gefunden. Bei ihr im Schlepptau ging es ab in die Berge, bis wir schließlich – so dachten wir – mitten in der Pampas hielten. Aber nein, das Dorf Quintela lag unterhalb der Straße, und eine enge Straße führte in das Gewirr der Häuser hinab. Wir könnten ruhig da runterfahren, versuchte sie uns klarzumachen, und blauäugig, wie wir waren, machten wir das natürlich. Es wurde enger und enger, irgendwann mussten die Spiegel eingeklappt werden, immer weiter abwärts, denn rückwärts wieder hoch – unmöglich! Aber irgendwann war es überstanden und wir standen glücklich vor unserer "Casa da Quintela", einem portugiesischen Steinhaus.

Wir bekamen ein paar notwendige Anweisungen, Käse und Rotwein standen zum Empfang schon auf dem Tisch und unsere liebenswürdige Vermieterin war verschwunden. Nach dem Auspacken konnten wir uns endlich dem Wein zuwenden, den wir stilecht natürlich auf unserem kleinen Balkon mit Aussicht ins Tal und Sonnenuntergang genießen wollten. Aber wir hatten nicht mit der Tücke des Objekts gerechnet. Wie von uns zuhause gewohnt, zogen wir die Balkontür von außen zu, und - SCHNAPP - hatte diese Sch****tür doch tatsächlich einen Schnapper. Da standen wir nun, ein Glas Rotwein in der Hand und die Tür war zu. Alles lag drinnen auf dem Tisch, der Zettel mit der Nummer der Vermieterin und das Handy natürlich auch. Jegliche Versuche, die Tür aufzubekommen, scheiterten, und so kletterte mein Mann schließlich den Balkon hinunter, um nachbarschaftlichen Beistand zu erbitten. Die Nachbarn sprachen kein Englisch, erst recht kein Deutsch, wir dazu kein portugiesisch, wobei das Wörterbuch ja sowieso drinnen lag. Die Lage war schwierig, bis schließlich der Schwager eines Nachbarn auftauchte, der etwas französisch sprach. Zumindest konnten wir uns jetzt besser verständlich machen. Wir hofften, dass jetzt die Nachbarn die Vermieterin anrufen, die kommt mit dem Zweitschlüssel und alles ist gut. Dachten wir - das Haus war vor 1-2 Jahren erst verkauft worden, man wusste zwar ungefähr, wo die Dame wohnt, Vorname auch, aber mehr nicht. Wir hatten uns den Namen natürlich auch nicht gemerkt, im Vertrauen auf den Zettel, der logischersweise drinnen lag. So nach und nach hatte sich der Platz um unser Haus gefüllt, das halbe Dorf war bereits zusammengelaufen. Die Sache wurde uns konsequent aus der Hand genommen, handelnde Personen waren WIR nicht mehr. Zu unserem Erstaunen fingen alle an, ihre Schlüssel herauszukramen, oder weitere Schlüssel zu Hause zu holen. Im Bewusstsein eines ordentlichen BKS-Schlosses bezweifelten wir einen solchen Versuch natürlich im Stillen. Aber in Portugal ist das mit den Schlössern anscheinend ganz anders. Irgendwann spät ertönte plötzlich ein Jubelschrei, ein Junge hatte es mit seinem Schlüssel geschafft, die Hintertür zu öffnen. Alles freute sich, beglückwünschte uns (für unsere Dummheit ..?) und unter Schulterklopfen verschwand mein Mann im Haus und befreite mich auf dem Balkon, was natürlich ein nochmaliges Klatschen und Johlen mit sich brachte. So hatten wir die Integration in die Dorfgemeinschaft in kürzester Zeit vollzogen.

 

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