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Riga ist die Hauptstadt Lettlands und mit ca. 720.000 Einwohnern größte Stadt des Baltikums. Die alte Hansestadt ist berühmt für ihre Jugendstilbauten und ihre großzügige Anlage sowie für die gut erhaltene Innenstadt.
Wir hatten durch Zufall im November die Möglichkeit, uns die Altstadt von Riga anzuschauen. Die Hauptsehenswürdigkeiten konzentrieren sich auf den historischen Kern der Stadt, die auch UNESCO-Weltkulturerbe ist.

 

Unser Spaziergang durch die Altstadt von Riga begann am Freiheitsdenkmal, dem Symbol der Unabhängigkeit und Lettlands und Rigas wichtigste Sehenswürdigkeit.

 

Weiter ging es zum Pulverturm, einem der ehemaligen Befestigungstürme der Festung Riga. Neben dem Pulverturm befinden sich die im 18. Jahrhundert gebauten Gebäude der Jakobskasernen.

 

Museumswächter aus Stein.

 

Vorbei an schönen alten Jugendstilhäusern und Gassen mit Kopfsteinpflaster kamen wir dann zum Schwedentor. Es ist das einzige Tor, das von den Toren der Befestigungsmauer erhalten ist. 1698 wurde im Wohnhaus eine abschließbare Durchfahrt ausgebrochen, um die an die Außenseite der Mauer gebauten Häuser und Kasernen mit der Innenstadt zu verbinden.



Die kath. Jakobikirche.
Selbst bei tristen Novemberwetter verliert diese Stadt nicht ihren Charme.

 

Die drei auf dem ersten Foto nebeneinander liegenden Häuser vermitteln vielleicht am anschaulichsten, wie es in Rigas Altstadtgassen einmal ausgesehen haben mag – auch wenn sie unterschiedlichen Jahrhunderten entstammen. Das Älteste der drei Häuser soll aus dem 15. Jahrhundert stammen. Das vierte Foto zeigt die kleine Kirche Mater Dolorosa. Das katholische Gotteshaus wurde im 18. Jh. errichtet.

 

Das Schloß von Riga wurde im 13. Jahrhundert vom Schwertritterorden gebaut und diente als Festung für den Ritterorden. Das Schloß von Riga ist heute der Sitz des Präsidenten von Lettland.  Der Schloßplatz direkt vor dem Schloß ist in seiner heutigen Gestalt ein Produkt des 18. Jh., nachdem der einstige Burggraben zugeschüttet worden war. Bauten im Stil des Klassizismus rahmen ihn ein, darunter das Lyzeum und das so genannte Peterburger Hotel, in dem 1921 der Friede von Riga geschlossen wurde, der den russisch-polnischen Krieg beendete.

 

Baustile verschiedener Zeiten bestimmen das Stadtbild, hier findet man mittelalterliche Hansespeicher ebenso wie den sozialistischen Betonklotz. Besonders der Jugendstil hatte es den Einwohnern von Riga angetan. Um die Jahrhundertwende wurden ganze Stadtviertel in diesem Baustil erbaut. Durch die verschiedenen fremden Einflüsse entstand eine Mischkultur aus lettischen, deutschen, russischen und polnischen Elementen.

 

Der Grundstein zum Bau des Domes von Riga wurde im Jahre 1211 gelegt. 5000 Menschen finden in der größten Kirche des Baltikums Platz. Allein für den Rohbau mit 2 m dicken Mauern brauchte man 50 Jahre, und auch danach wurde so viel an der Kathedrale herumgebaut, daß sie drei Epochen vereint: Romanik, Gotik und Barock. Noch aus der Gründungszeit stammt das gewaltige Nordportal. Sehenswert sind auch die barocke Kanzel, das Schwarzhäuptergestühl und die bemalten Glasfenster. Berühmt ist auch die Orgel des Doms, die ursprünglich 1883/84 erbaut wurde und über 124 Register und 6718 Pfeifen verfügt. In ihrer Entstehungszeit zählte sie zu den größten Musikinstrumenten der Welt.
Der Rathausplatz war im Mittelalter der Marktplatz der Stadt. Im 2. Weltkrieg wurde der Platz vollständig zerstört, aber das Rathaus, Schwarzhäupterhaus und Rolandsstatue sind später originalgetreu wiederhergestellt worden.

 

Ursprünglich wurde das Schwarzhäupterhaus im 14. Jh. erbaut und gehörte der Gilde der unverheirateten Kaufleute. Damals war es der reichste und angesehenste Ort der ganzen Stadt.

 

In unmittelbarer Nähe des Schwarzhäupterhauses steht die St. Petri Kirche. Diese größte lettische Kirche gehört zu den Wahrzeichen Rigas, ihr Turm ist 123 Meter hoch. In 70 Meter Höhe ist eine Plattform angebracht, von hier aus kann man einen herrlichen Blick weit über die Altstadt hinaus genießen. An der Petrikirche liegt ein kleiner Platz mit zahlreichen hübschen Gebäuden und einer Bronze mit den Bremer Stadtmusikanten (Bremen ist die Partnerstadt von Riga). Am gleichen Platz liegt auch noch die Johanniskirche, die mit ihrem Backstein-Stufengiebel beeindruckt. Sie gehörte zum Dominikanerkloster und stammt in ihrer heutigen Form aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

 

Wir schlenderten weiter durch die schönen Altstadtgassen bis zum Livländischen Platz mit seinen Wohnhäusern aus dem 18 Jh. Im Sommer ist der Platz durch seine zahlreichen Cafés und Restaurants sehr belebt.

 

Mal eine andere Art der Beleuchtung - Lampenhalter in der Altstadt.

 

Die Große und Kleine Gilde, im 14. Jh. entstanden, war die Gilde der Kaufleute, hohen Beamten und reichen Bürgern. Das ursprüngliche Gebäude aus dem 13. Jh. blieb nicht erhalten, ihr heutiges Aussehen im Stil der Neogotik erhielt es Mitte des 19. Jh. Die Rigaer Philharmonie nutzt es heute als Konzertsaal. Die Kleine Gilde ist ebenso wie die benachbarte Große Gilde ein Neubau aus dem 19. Jh. im neogotischen Stil und war einst Versammlungsort der Handwerkerzünfte.
Direkt gegenüber der Gilde befindet sich ein sehr schönes Jugendstilhaus - das Katzenhaus. Aus Protest gegen die Nichtaufnahme des Hauseigentümers wandten zwei Katzenfiguren auf dem Dach der Gilde ihr Hinterteil zu. Später wurden sie dann umgedreht.

 

Riga hat uns als Stadt sehr überrascht, obwohl das Novemberwetter nicht sehr einladend war. Die Stadt bietet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, sowie wunderschöne alten Jugendstilhäuser deren Fassaden teilweise renoviert sind, andere wirkten dagegen grau.
Man kann nur hoffen, das sich diese Stadt weiterentwickelt und die alten Bauten nach und nach restauriert werden. Städtereisende sollten Riga unbedingt mit einplanen.

 


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