Le Grand Étang


Der Grand Étang ist der größte Bergsee der Insel. Er ist aus der aktiven Zeit des Vulkans Piton des Neiges entstanden und ein beliebtes Ausflugsziel.
Laut Wanderführer war der Rundweg mit zweieinhalb Stunden gekennzeichnet. Dass diese Angaben des Wanderführers sehr sportlich berechnet waren, konnten wir immer wieder feststellen. Aber egal - wir wollen die Natur genießen, fotografieren und nicht flüchten :-)
Wir starteten morgens bei strahlendem Sonnenschein am Picknickgelände am Ende der Route forestiére zum Grand Étang. Der breite steinige Weg führte uns zunächst an ein paar Eukalyptusbäumen vorbei direkt zum Bergsee. Der etwas matschige Hauptweg mit seinen feuchten glitschigen Steinen geht hauptsächlich am See vorbei. Die Hänge ringsherum sind steil und dicht bewachsen. Direkt am Weg blühten viele rosafarbene fleißige Lieschen. Außerdem gab es Unmengen von Fröschen in allen Größen.
Idylle pur - begleitet mit verschiedenem Vogelgezwitscher. Kleine Vögel mit rotem Bauch verfolgten unseren Weg, aber bis wir die Kamera mit Tele ausgepackt hatten, waren sie schon längst wieder verschwunden.
Der See lag friedlich in der Morgensonne - 9.00 Uhr - weit und breit kein Mensch zu sehen.
Wir begannen die Umrundung des Sees an der Weggabelung links herum, zunächst mal wieder durch matschiges Gelände, vorbei an einer Felswand und unpassierbarem Unterholz - Dschungel ohne Durchkommen. Dann die Überraschung. Vor uns sahen wir am Hang die Cascades du Bras d'Anette, vier schmale, ca. 300 m hohe Wasserfälle, deren Rauschen uns nun die nächste Zeit begleitete.
Nach ungefähr einer Stunde gabelte sich unser Pfad wieder und wir gingen links in Richtung der Wasserfälle weiter. Je näher wir den Wasserfällen kamen, desto höher wurde die Luftfeuchtigkeit, daher wuchsen an den Baumstämmen und Ästen verschiedene Moosarten, Farne sowie viele uns unbekannte Pflanzen.
Die Bäume und Büsche wurden wieder etwas dichter und wir kletterten durch die Ravine de l'Étang und am kleinen Fluss Bras d'Anette entlang bis zu ein paar Badebecken, die von zweien der vier Wasserfälle gespeist wurden. Ein schöner Rastplatz, aber kühl durch die Feuchtigkeit. Wir wanderten den Weg zurück bis zur Gabelung, wo wir uns nach links wandten, um die Seeumrundung auf der anderen Seite zu beenden. Als wir wieder am Picknickplatz ankamen, hatten sich dort inzwischen viele Familien mit ihren Kindern eingefunden, die gemeinsam grillten und spielten. Die sonntägliche Lieblingsbeschäftigung der Réunionesen.
Wir fuhren, da mittlerweile viele Wolken aufzogen und ein leichter Nieselregen einsetzte, zurück in unser Ferienhaus.

Mittags machten wir uns auf den Weg zum Talkessel von Takamaka, doch schon am Aussichtsparkplatz wurde unsere Planung außer Kraft gesetzt. Durch den aufgestiegenen Nebel und den Nieselregen gab es keine Sicht. Wanderung verschoben auf einen anderen Tag. Trotzdem saßen dort viele Menschen beim Picknick – schließlich ist Sonntag Picknicktag.
Wir beschlossen, nach St. Denis zum Stadtbummel zu fahren, aber es war alles geschlossen – irgendwie ausgestorben. Wir fuhren zurück Richtung St. Benoît. Auf der N2 nach Saint Suzanne entdeckten wir ein Hinweisschild zur Cascade Niagara. Die schmale asphaltierte Straße führt direkt durch eine Zuckerrohrplantage bis zu einem Parkplatz. Dort hat man einen direkten Blick auf einen gigantischen Wasserfall. Mittlerweile regnete es recht ordentlich.  Unsere Laune besserte sich sofort, als wir sahen, dass über dem Wasserfall Drahtseile zur Überquerung gespannt waren. Dort hangelte sich in diesem Moment ein Kletterer hinüber, dem später noch sechs weitere folgten. Um den ganzen Wasserfall war ein Klettersteig installiert. Es waren etliche Zuschauer dort, die sich dieses Schauspiel trotz Regen nicht entgehen ließen.

 

Abends wollten wir essen gehen, aber alle Restaurants hatten geschlossen. Wie schon erwähnt - Sonntag ist der traditionelle Picknicktag der Réunionesen.  :-) Auf dieser Seite der Insel ist dann alles geschlossen. Zum Glück hatten wir den Kühlschrank gefüllt.



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