Die Küstenstraße im Süden

 

Die Hängebrücke bei Saint-Anne wurde 1893 erbaut und ist heute nur noch für Fußgänger geöffnet. Hier herrschte einsame Ruhe und wir überquerten die Brücke, nur von Vogelgezwitscher begleitet. In der kleinen Gedenkkapelle vor der Brücke waren zahlreiche Opfergaben abgelegt worden.
Anschließend machten wir einen Stop bei der Kirche von Saint-Rose. Beim Vulkanausbruch im April 1977 wurden in dem kleinen Ort Piton Saint-Rose über 20 Häuser zerstört. Seltsamerweise kam die Lava vor der Kirche zum Stehen und die Menschen glaubten an ein Wunder. Das Gotteshaus wird seitdem Notre-Dame-des-Laves genannt.
Wunderschöne Blüten in einer Baumallee.
Unsere Rundtour um die Insel ging weiter in Richtung Saint Pierre. Kurz vor Saint Philippe stießen wir auf die Spuren des letzten Vulkanausbruches von 2007. Fast 2 Mio. Kubikmeter Lava haben hier die Insel vergrößert und auf ihrem Weg vom Vulkan zum Meer eine beeindruckende Schneise der Vernichtung hinterlassen.
Die Küstenstraße biegt heute vor einem Lava-Wall nach links ab und wurde etwas unterhalb quer über die Lava neu asphaltiert. Etwa in der Mitte dieser Strecke befindet sich ein kleiner Obststand, dem gegenüber eine "Treppe" in wenigen Schritten zu einem Aussichtspunkt führt. Der Überblick von dort ist absolut sehenswert.
Wenig später erreichten wir den Puits Arabe, ein Plateau aus schwarzer Lava, das abrupt zum Meer abbricht. Der harte Kontrast zwischen der schwarzen Lava, dem Meer, dem blauen Himmel und den Palmen wirkte irgendwie gespenstisch. Der Musiker dort mit seiner Gitarre - er sang von Cat Stevens "Morning has broken" - wirkte auf mich wie ein Bild mit einem Kunstfehler - aber trotzdem irgendwie schön.
Hinter Saint Philippe muss man auf der Straße rechts abbiegen, (N°7, Chemin Forestier) um zum "Jardin des Parfums et des Épices", einem Parfüm- und Gewürzgarten zu kommen. Eine Besichtigung ist auf jeden Fall zu empfehlen, auch wenn die angebotene Führung nur in franz. Sprache ist. In diesem wundervollen tropischen Garten gab es eine Vielzahl für uns unbekannte Bäume, Pflanzen, Gewürze und Früchte zu sehen.
An vielen Bäumen wächst die Orchideenart, aus der in einem aufwändigen Prozess Vanille gewonnen wird. Auf den kleinen Pfaden, die durch den Wald führen, bekommt man einen hervorragenden Überblick über die Pflanzen auf der Insel. Oberste Priorität hat hier die Artenerhaltung. Ein sehr informativer und interessanter Rundgang, angegliedert an eine Vanille-Plantage.

 

Zwischen Saint-Philippe und Saint-Joseph befindet sich die Zufahrt zum Cap Méchant. Das Cap Méchant ist eine Steilküste mit sehr hohen Felsvorsprüngen und extremer Brandung. Das tosende Meer mit der schäumenden Gischt ist faszinierend und wirkt auch etwas bedrohlich. 
Kurz vor Saint-Pierre liegt die Petite Île. Dort hatte sich das Meer inzwischen etwas beruhigt und am Strand blickte nur ein einsamer Mensch auf das Meer. Im August kann man hier auch Wale sehen.

 

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