Der Vulkan

 

Das Vulkanmuseum "Maison du Volcan" in Bourg-Murat sollte man sich vor der Besteigung des Vulkanes anschauen. Dort erhält man viele Informationen zur Entstehung des Vulkanes, sowie über die letzten Ausbrüche des Piton de la Fournaise. Er ist einer der aktivsten Vulkane der Erde und seit 1640 schon über 150-mal ausgebrochen. Sein letzer Ausbruch war 2007. Die Filmvorführung in 3D war leider in einer sehr schlechten Bildqualität und nur in franz. Sprache.
Wir starteten bereits um 5.30 Uhr, da wir wussten dass am Vulkan schon am späten Vormittag Wolken und Nebel aufziehen. Es empfiehlt sich eine Windschutzjacke, einen Pullover, Wanderschuhe und vor allem ein gute Sonnencreme mitzunehmen.
Wir fuhren von St. Benoît aus wieder in Richtung Bourg Murat und bogen kurz davor links auf die Rue de Volcan. Die mit 25 Kilometern ausgeschilderte Strecke bis zum Pas de Bellecombe war mit eine der schönsten Straßen die wir je gefahren sind. Tolle Wolkenformationen, Nebelwände die sich von den Bergen stürzen – wie Lawinen.
Die Schlaglochpiste, die durch die kahle Mondlandschaft der Plaine des Sables bis zum Parkplatz der Gîte du Volcan führt, war weniger angenehm. Zum Glück war sie auf dem Rückweg von Baggern geebnet worden. Sowohl bei der Gîte du Volcan als auch beim Pas de Bellcombe gab es keine vernünftigen Informationstafeln.
Eine Wanderkarte zum Vulkan ist unnötig - man muss nur der Menge und den gut markierten Pfaden folgen. Bis oben auf den Vulkan und zurück braucht man ca. 5-5,5 Stunden. Profis benötigen für diesen anstrengenden Weg angeblich 4 Stunden. Wir starteten am Aussichtspunkt Pas de Bellecombe. Der Blick von dort auf den Piton de la Fournaise und die kahle Mondlandschaft ist schon genial. Der Weg führte uns zuerst auf steilen Stufen 200 Meter hinab in die Caldera.
Die weißen Markierungen auf dem Kraterboden führten uns zum Cratère du Formica Leo (der Ameisenlöwe), der aus pulvrigem, roten Lavasand entstanden ist.
Weiter ging es auf dem gekennzeichneten Weg in Richtung des Kraters. Das Laufen auf der erkalteten Lava war nicht immer angenehm und in der öden Landschaft gab es nur noch vereinzelt etwas Grünes. Trotzdem staunten wir immer wieder über die vielseitigen Formen der erstarrten Lava.
Als der eigentliche Aufstieg zum Vulkan begann brannte die Sonne schon heftig vom Himmel und jetzt wurde es erst richtig anstrengend. Der Gedanke an eine Umkehr war vorhanden, aber jetzt aufgeben - so kurz vor dem Ziel?  (wobei sich das "kurz vor dem Ziel" als ziemlicher Irrtum herausstellte). Der steile, nicht enden wollende, nach links führende Weg schlängelte sich in nördlicher Richtung am Vulkanhang entlang. Nach einiger Zeit erreichten wir die Ostwand des Cratère Dolomieu und hatten inzwischen alle Krater dieser Welt verflucht. :-) Irgendwann hatten wir unter allen Strapazen und Flüchen den Rand des Cratère Dolomieu erreicht und genossen mit vielen Anderen die grandiose Aussicht in der Sonne. Die Anstrengungen hatten sich gelohnt.
Anmerken möchte ich noch, dass man mit Blick auf die Kondition auch den ganzen Weg wieder zurück muss, d.h. wieder über Geröll und scharfkantiges, unebenes Vulkangestein. Ein Dank an die dicken Sohlen unserer Wanderstiefel. Die einzigen Toiletten befinden sich am Parkplatz. Unterwegs gibt es keinerlei Möglichkeiten. Außerdem ist der Cratère Bory mittlerweile gesperrt.

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