La Réunion 2010



Die tropische Insel La Réunion gehört zur Inselgruppe der Maskarenen und ist aufgrund vulkanischer Aktivitäten im südwestlich Teil des indischen Ozeans entstanden. Aus der ursprünglich unbewohnten Insel entwickelte sich eine französische Kolonie, die 1946 den Status als Übersee-Department erhielt. Ein französisches Territorium mitten im Indischen Ozean. Dieses kleine Stück Frankreich (2.500 km²) ist eine Welt für sich, denn keine andere Insel bietet so viele Überraschungen auf so kleiner Fläche wie La Réunion. Auf der einen Seite ursprüngliche Wälder mit einer sagenhaften Pflanzenwelt - auf der anderen Seite wunderschöne Sandstrände und in der Mitte der aktivste Vulkan der Erde sowie die wilden Talkessel von Salazie, Cilaos und Mafate - ungewöhnliche Wanderparadiese. Die offizielle Sprache ist französisch und man bezahlt mit dem Euro.

 

Wir hatten schon viel über diese Insel der Vielfältigkeit gehört und gelesen, obwohl es keinen aktuellen deutschen Reiseführer gibt. Die Informationen in den Reisebüros waren wenig informativ und entsprachen weder vom Ablauf noch vom Preisgefüge unseren Vorstellungen. Die Infos und Angebote der Online Reiseveranstalter waren etwas besser, aber irgendwie konnten wir uns mit keinem Angebot so richtig anfreunden. Letztendlich haben wir, wie wir es besonders von unseren Griechenlandurlauben gewohnt waren, alles selbst organisiert. Alle wissenswerten Informationen stehen auf meiner "Infoseite".

 

Wir starteten am Köln-Bonner Flughafen mit der Lufthansa nach Paris Charles de Gaulle. Für den Weiterflug entschieden wir uns für die Air Austral, das ersparte uns den lästigen und langwierigen Flughafenwechsel nach Paris Orly. Wir mussten am Flughafen Charles de Gaulle lediglich vom Terminal 1 zum Terminal 2 A wechseln. Von dort flogen wir dann ca. 11 Stunden bis nach La Réunion. Air Austral ist die einzige reunionesische Fluggesellschaft, die wir vom Service her sehr empfehlen können.
Am frühen Morgen landeten wir auf La Réunion und machten uns mit dem für uns bereitgestellten Mietwagen (s.Info) auf den Weg nach St. Benoît zu unserer ersten Unterkunft Le Saint Alexandre. Wir hatten bei Monsieur Ah Ting einen sehr gut eingerichteten Bungalow inmitten eines Orangenhaines gemietet.
Nach einem freundlichen Empfang mit einer großen Schüssel Orangen und einem leckeren Litschilikör wurden die Koffer ausgepackt. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum nächsten Supermarkt, um Getränke und etwas zu essen einzukaufen. Noch ein kurzer Stopp am Obst- und Gemüsestand, wo uns die Auswahl zwischen Ananas, riesigen Avocados und einigen anderen exotischen Früchten doch recht schwer fiel.

 

Da es noch früh am Tag war, entschlossen wir uns, ein wenig die Umgebung zu erkunden. Im Rother Wanderführer fanden wir einen Rundwanderweg (angeblich 1.15 Std.) durch die Ausläufer des Waldgebietes Forêt du Cratère, der als leichte Wanderung gekennzeichnet war.
Zuerst führte uns ein breiter Weg unter schattigen Jamrosat-Bäumen, die sich wie ein Dach über uns wölbten, hindurch. Wir kamen an einem großen Picknickareal vorbei und auf einer Kuppe hatten wir einen tollen Ausblick auf ein paar wunderschöne Ravenale-Exemplare. Die Le Ravenale ist eine Bananenart mit fächerförmig geordneten Blattwedeln, die bis zu 30 m hoch werden kann. Der quer mit Wurzeln durchzogene Weg ging weiter bergauf, vorbei an meterhohen dichten Farnhängen in den verschiedensten Grüntönen.
Weiter ging es etwas bergab zu einem Fluss und dann wieder hinauf zu einem Kamm, von dem wir ziemlich tief hinuntersteigen mussten. Wir hatten fünf steile Stahlleitern zu überwinden, bevor wir das Flussbett der Ravine Batardeau erreichten. Die Vögel zwitscherten munter, aber sie hatten ja auch keine Nacht im Flugzeug hinter sich. Trotz der Feuchtigkeit am Fluss roch die Luft nicht modrig sondern ganz frisch. Vorsichtig überquerten wir über die rutschigen Steine das Flussbett und kletterten auf der anderen Seite etwas flussabwärts bis zu einer kleinen Staumauer, von der das Wasser in einem Sturzbach nach unten fiel. Für eine Dusche unter dem Wasserfall blieb dann doch keine Zeit, da wir noch eine Verabredung mit unserem Hausvermieter hatten. Wir mussten wieder zum anderen Ufer hinüber, um von dort weiter flussabwärts bis zu einer Asphaltstraße zu gelangen. Diese führte uns an einem Bauernhof und einer Bananenplantage vorbei zurück zum Ausgangspunkt.

 

Nach dem Abendessen kam dann doch die Müdigkeit hoch, der wenige Schlaf durch die unbequeme Nacht im Flugzeug, die Klima-Umstellung, eine längere und anstrengendere Wanderung als im Wanderführer angegeben - das reichte uns für den ersten Tag auf La Réunion.



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