Von Süd nach Nordwest

 
Am nächsten Tag mieteten wir uns ein kleines Auto und machten uns auf den Weg die Insel zu erkunden. Kionia mit seinem 500 Meter langen Sandstrand soll der beliebteste Urlaubsort der Insel sein. Hier herrschte natürlich um diese Jahreszeit gähnende Leere, aber die Ruinen des alten Tempel von Poseidon, dem Gott der Meere, konnte man besichtigen. (geöffnet Dienstag bis Sonntag 8.00 Uhr bis 15 Uhr)
 
Wir fuhren zurück in Richtung Kambos und beschlossen, einen Abstecher nach Smardakito zu machen. In dem wunderschönen in Terrassen angelegten Tal findet man eine beachtliche Anzahl von verschiedenen Taubenhäusern/-türmen.
Nach unzähligen Fotostopps in dieser einmalig grünen Landschaft mit unzähligen Taubentürmen fuhren wir weiter nach Kardiani.
 
Das Dorf am Hang des Pateles liegt 16 Kilometer nordwestlich von Chora und ist ein echtes Schmuckstück. Für mich ist Kardiani das schönste und malerischste Dorf auf Tinos.

Tinos - Kardiani

Kardiani mit seinen engen Gassen und der markanten Architektur der weiß getünchten Häuser bietet eine Vielzahl von schönen Motiven. Ein Brunnen im Schatten der Platanen ist von vier Fröschen aus Marmor besetzt. Einer Quelle unterhalb des Ortes verdankt das Dorf seinen Wasserreichtum. Hiervon profitieren auch das alte Waschhaus und die unzähligen Brunnen im Dorf.
Keine Menschenseele ist uns morgens in den verwinkelten Gassen begegnet. Die Vielzahl der Torbögen und der versteckten Winkel verleihen dem Dorf etwas Mystisches.
 
 
Manches grünt im Verborgenen
und überall spiegelt sich der Marmorreichtum der Insel wieder. 
Das Wetter und die Aussicht - ein Traum.

Tinos - Kardiani im Frühling

 
Weiter ging es Richtung Isternia und über die Serpentinenstraße hinab zum Ormos Isternion.

Ormos Isteríon

Auch hier wunderbare Ruhe - gut - ein Frappé in der Sonne wäre nett gewesen, aber das kann man im März nun wirklich nicht erwarten.
 
Kurz vor Pirgos, unserem nächsten Ziel, kamen wir auf einen Pass. Hier pfiff uns der Wind gewaltig um die Ohren, wie wir es noch nie in Griechenland erlebt hatten. Trotzdem - die Windmühle mit ihrem knallroten Dach und die Klosteranlage verdienen schon etwas Beachtung. Vielleicht werden die Windmühlruinen auch irgendwann mal restauriert. 
 
Pirgos das Marmordorf.
Direkt am Ortseingang das Bushaltehäuschen aus Marmor. Da kam mir schon der Gedanke: "Wer hat, der hat". Pirgos ist ein Ort wie ein Schatzkästchen. Wohin man blickt - Marmor. Kein Wunder, denn hier haben sich viele Bildhauer mit Ihren Werkstätten und Schulen angesiedelt.
Besonders schön ist auch die Platia mit der dicken Platane und den zahlreichen kleinen Kafenions. Hier gab es dann auch den schon ersehnten Ellinikos.
 
Das im Frühjahr 2010 eröffnetet moderne Marmormuseum, auch "Museum of Marble Crafts" genannt, befindet sich am hinteren Ortsrand von Pirgos. Ganzjährig von Mittwoch bis Montag geöffnet.
Hier erfährt man alles über die Marmorbearbeitung, von der Marmorgewinnung und Verarbeitung bis zum fertigen Produkt. Es sind fertige und halbfertige Marmorwerke zu sehen. Auf dem Außengelände des Museum steht eine Hebevorrichtung für Marmorblöcke.
Das sehenswerte Museum ist auch für Familien mit Kindern sehr interessant ist. Für den Eintritt von drei Euro bekommt man hier sehr viel geboten.
In der Ausstellung sieht man am jeweiligen Objekt verschiedene Werkzeuge zum Schneiden und Meißeln des Marmors.
Es werden verschiedene weltliche und kirchliche Objekte wie z.B. Grabsteine und Platten, ein Bischofsthron, Skulpturen und div. Ornamente gezeigt.
Unser Fazit: Ein tolles informatives Museum, das man auf jeden Fall besuchen muss.

 

Nach diesem ereignisreichen Nachmittag fahren wir noch vier Kilometer weiter zum Ormos Panormou dem ehemaligen Wirtschaftshafen von Tinos. Früher wurde hier der Marmor der Insel verschifft und auch der Film "Highway to Hellas" wurde hier gedreht.
 
Hier geht es weiter: Rund um den Exombourgo.