Rund um den Exombourgo

 
 
Der Exombourgo in der Mitte der Insel war früher die "Akropolis" von Tinos. Der 640 Metern hohe Berg ist gut begehbar und man hat oben vom Gipfelkreuz einen einzigartigen Blick auf Tinos und die Nachbarinseln.

 

Am Fuß des Exombourgo liegt die katholische Herz-Jesu-Kirche. Hinter der Kirche beginnt ein schmaler Pfad, der einen in ca. 20 Minuten auf den Gipfel bringt.

Exombourgo auf Tinos

Auf unserer Besichtigungstour durfte natürlich das Kloster Kechrovounion, wo einst die Nonne Pelagía lebte, nicht fehlen. Die große Klosteranlage mit ihren kubusförmigen Gebäuden ist schon von weitem sichtbar. Da jede Nonne bei Eintritt in das Kloster ihre eigene Unterkunft erbauen musste, sieht das Kloster aus wie ein Sammelsurium aus kleinen Kykladenhäuschen, die sich eng aneinander drücken und dem Kloster eher einen dorfähnlichen Charakter verleihen.
Vom Kloster aus hat man nochmal einen schönen Blick auf den Exombourgo und weit nach unten auf Tinos Stadt.

 

 

 

 

Im Blickfeld

 

 

 

Die ersten Feigen

Die Klause der Nonne Pelagia hat man im Urzustand belassen, von der geöffneten Tür aus hat man einen guten Eindruck von der damaligen kargen Lebensweise. Trotzdem vermittelt das Kloster keinen ärmlichen Eindruck, denn auch hier wurde wieder großzügig Marmor verarbeitet. Im Gegensatz zu anderen Klöstern in Griechenland gibt es hier auch keine Nachwuchsprobleme.

 

Unterhalb des Exomburgou liegt am terrassierten Hang das Dörfchen Xinaria. Der Palast des katholischen Bischofs mit seinem ungewöhnlichen Glasdach und die angrenzende Kirche sind schon von weitem sichtbar.

Bischofspalast in Xinaria

Wandert man durch das kleine Dorf, vorbei an der katholischen Kirche Panagia Rodariou, die zwischen den Jahren 1860-1870 und die Apostelkirche Peter und Paul (1836) gebaut wurde, kommt man Ortsende zu einer Quelle.
Vom Parkplatz am Bischofspalast führt ein weiterer Wanderweg  auf den Exombourgo.
 
Die Landschaft rund um den Exombourgo ist ein Traum. Die umliegenden kleinen Dörfer sind in Terrassen angesiedelt, es grünt und blüht im März in einer wahren Pracht. Die Ziegen und Lämmer haben Nachwuchs bekommen und vermitteln uns ein idyllisches Bild.
Wir machen noch einen kurzen Abstecher in das fast verlassene Dorf Loutra. Das 1862 gegründete Ursulinenkloster beherbergte früher ein Internat, eine Teppich- und Stoffweberei und ein Nähatelier. Leider ist es mittlerweile unbewohnt.
 
Volax ist das Dorf der Korbflechter, wobei wir nur eine Werkstatt gesehen haben. Die Türe war zwar geöffnet, aber wir wollten nicht stören. Oft genug wurden wir gefragt, was wir um diese Zeit in Griechenland machen. Touristen im März sind eine Rarität.
Volax ist ein hübsches Dorf mit einigen Besonderheiten. Aufgefallen sind uns z.B. die mit Brettern vernagelten Fenster und Türen, die aber von oben bis unten beschriftet sind. Um die Texte zu lesen reichen die Grundkenntnisse der griechischen Sprache leider bei weitem nicht aus.
Zu unserer Überraschung war die Taverne O Rokos geöffnet und wir bekamen ein paar leckere Gerichte serviert. Wir waren die einzigen Gäste, aber das noch nicht abgeräumte Geschirr von zwei weiteren Tischen deutete auf vorherige Gäste hin. Es muss doch sehr anstrengend gewesen sein, denn unsere Gastwirtin schlief, nachdem sie uns das Essen serviert hatte, auf ihrem Stuhl ein. Letztendlich mussten wir sie leider wecken um zu zahlen und überließen sie danach wieder ihrem Mittagsschlaf.
 
Eine weitere Besonderheit ist die auf einem Plateau von Felsen und riesigen Felsbrocken liegende eindrucksvolle Landschaft am Ortsende von Volax. Legenden und Mythen umranken die Mondlandschaft und die runden Granitfelsen.
Man sagt, dass es die Überreste eines mythischen Kampf zwischen Göttern und Riesen sind. Nach letzten Erkenntnissen sind die Granitfelsen vor etwa 15 bis 25 Mio. Jahren entstanden und haben sich durch Erosion in die heutige Kugelform verändert.

 

Man kann schon behaupten, dass diese Landschaft für die Kykladen einzigartig ist. Beim Anblick der Fotos wundere ich mich jedes Mal aufs Neue über diese überlebensgroßen Steinformationen.

 

 
Das traditionelle Dorf Steni, mit seinen weißen Häusern und blauen Türen, engen Steingassen, den vielen Bögen, liegt auf einem Plateau 400 Meter über dem Meeresspiegel. Es ist eines der bevölkerungsreichsten Dörfer der Insel und wird in den Reiseführern kaum erwähnt.
 
In manchen Ecken des Dorfes ist der Verfall deutlich sichtbar, bietet aber jedem Fotofreak ein paar interessante Motive.
Immerhin findet man in Steni ein kleines Museum, ein Amphitheater, Tavernen, einen Bäcker und ein paar Geschäfte.
 
Rund um den Exombourgo gibt es viel zu sehen. Nur ein wenig mehr Zeit hätte man haben müssen.

 

 
Hier geht es weiter von Ost nach Nordosten.