Megalo Chorio und Mikro Chorio

 
 
Megalo Chorio liegt im Inselinneren und ist der zweitgrößte Ort auf Tilos. Zweihundert Einwohner soll es noch geben, wobei der Ort recht unspektakulär aus ein paar Häusern, dem Bürgermeisteramt, dem Museum, der Kirche, einem kleinen Supermarkt und zwei Tavernen besteht. Kaum vorstellbar, dass dies früher eine reiche Stadt gewesen sein soll.
Am Ortseingang empfängt uns blühender Oleander und auch die Platia ist mit vielen Blumen geschmückt. Im Ort befindet sich auch ein kleines Museum, welches hinter einer unscheinbaren Türe versteckt ist und nur die Größe einer kleinen Wohnstube hat. In diesem kleinen etwas düsteren Raum sind die Knochen von Zwergelefanten ausgestellt, die 1971 von Prof. Nikolaos Simeonidis, Professor für Geologie und Paläontologie an der Universität von Athen in der Charkadio Höhle auf der Insel Tilos entdeckt wurden. Es wurden versteinerte Knochenreste von fast vierzig Zwergelefanten sowie Hirschknochen gefunden.
Die Elefantenknochen schätzt man auf 45.000 Jahre und die Hirschknochen auf 140.000 Jahre. Die Elefanten sollen maximal anderthalb Meter groß gewesen sein. Weiter gibt es Fotos von den Ausgrabungen und rekonstruierte Skelette zu sehen. Mehr Informationen finden sich hier.

 

Die Elefantenhöhle Charkadio befindet sich außerhalb des Ortes. Von der Besichtigung wurde uns abgeraten, da es sowieso nichts mehr zu sehen gäbe und die Höhle mittlerweile verschlossen ist.
 
Im Ort fanden wir ein nettes Cafe mit Dachterrasse und Blick auf die Kirche Taxiarchis, bei der es auch lohnt das Innere zu besichtigen. Ungewöhnlich ist auf jeden Fall für eine griechische Kirche das Kreuzgewölbe, dem man den Ursprung aus der Kreuzritterzeit deutlich ansieht.
 
Später machten wir noch einen Spaziergang durch das Dorf. Wenn man im Dorf bergan steigt führt einen der Weg zur Kirche Panagia Theotokissas. Von dort hat man auch einen sehr schönen Ausblick und ein weiterer Weg geht hinauf zu einem verfallenen Kastell.
 
Mikro Chorio liegt auf halber Strecke zwischen Livadia und Megalo Chorio. Serpentinen einer kleinen Schotterstraße führen hinauf, vorbei an Terrassenfelder kommt man nach Mikro Chorio (kleines Dorf), die sogenannte verlassene Stadt. Der Ort war bis in die 30er Jahre vollständig bewohnt, die letzten Bewohner verließen den Ort in den siebziger Jahren. Die Ruinen dieser Geisterstadt und die Grundmauern des ehemaligen Wehrturmes lassen die frühere Bedeutung des Ortes erahnen. Schon im Mittelalter sollen die Bewohner der Insel hier Schutz gesucht haben.
Von der unteren Hauptstraße kann man den Ort kaum erkennen, da die Steine die gleiche Farbe wie die Felsen haben und fast nicht voneinander zu unterscheiden sind.
Aber die restaurierte Kirche leuchtet einem in der Sonne entgegen. Wir sind neugierig, ob man angefangen hat noch mehr zu restaurieren. Wir streifen durch die Ruinen und begegnen nur ein paar erschrockenen Ziegen.
Einzelne Häuser werden scheinbar restauriert und es wurde sogar eine Music Bar eröffnet. Wir hatten schon in Livadia Plakate gesehen, dass die "Feierwütigen" mit einem Kleinbus hierhergefahren werden. Naja - hier stören sich nur die Ziegen an der lauten Musik.
In der Nähe von Mikro Chorio liegt auch ein ehemaliger Bimsabbau, der je nach Sonneneinfall in verschiedenen Farben leuchtet.
 
Am Abend wollten wir in Sofias Taverne in Livadia essen und wurden doch tatsächlich gefragt, ob wir reserviert hätten........Ende September......kleine griechische Insel und Tischreservierung? - dazu fiel mir echt nichts mehr ein. Mein Gesicht muss ohne Worte Bände gesprochen haben, denn wir bekamen plötzlich doch einen Tisch zugewiesen. Das Essen war aber so, dass wir nicht noch einmal dort essen waren.

 

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