Tilos 2016

Nachdem wir den Tag auf Kos mit dem Besuch des Asklipieion und einer angenehmen Übernachtung im Hotel Catherine überstanden hatten, ging es am Sonntagmorgen um sechs Uhr mit der Blue Star weiter nach Tilos.

 

Die Insel Tilos liegt zwischen Kos und Rhodos. Sie  hat eine Gesamtfläche von 64,5 km² und ca. 533 Einwohner. Auf der Insel gibt es drei Siedlungen: Megalo Horio, Livadia und Agios Antonios. Nicht zu vergessen Mikro Horio, aber das ist eine sogenannte Geisterstadt mit einer großen Diskothek und ein paar störrischen Ziegenböcken. Dazu aber später mehr.
Drei Stunden später bezogen wir unser großes Studio im Tilos Fantasy. Die kleine Anlage mit 12 Studios liegt im oberen Ortsbereich von Livadia und 500 Meter vom Hafen entfernt. Den Strand und den Ortskern erreicht man in fünf Minuten. Kurz gesagt - eine schöne ruhige Lage.
Nach einer "Fragestunde" mit unserem netten älteren Vermieterpaar, machten wir uns auf den Weg, Livádia zu erkunden. Zwei Supermärkte, eine sehr gute Bäckerei, ein Kafenion, ein paar Souvenirläden, eine Autovermietung und diverse Tavernen - mehr braucht man sowieso nicht.
Im Kafenion Omonia gab es Joghurt mit leckerem Honig (garantiert von Tilos) und einen gut gekühlten Frappé. Hier unter den schattigen Bäumen würde für die nächsten Tage unser Lieblingsplatz sein.
 
Am nächsten Tag wollten wir ein kleines Auto mieten. Für 38 Euro pro Tag !! - der September ist auf Tilos noch Hochsaison, wurde uns von der dt. Vermieterin erklärt. Als man uns dann einen Wagen mit völlig blank gefahrenen Reifen andrehen wollte, ist uns dann doch etwas der Kragen geplatzt. Wir bekamen ein anderes Auto, bei dem wir später feststellten, dass unter der Motorhaube irgendein Behälter mit Flüssigkeit brodelte und auslief, dagegen war das schmutzige Auto, das kaputte Rücklicht und der klemmende Sicherheitsgurt noch harmlos.

 

Mittlerweile waren wir im Norden der Insel in der Agios Antonios Bucht angekommen. Im nördlichen Bereich der Bucht vermutet man antike Siedlungen, die bis zur frühchristlichen Zeit bewohnt waren. Gesehen haben wir leider nichts. Den Strand fanden wir nicht besonders schön und außer ein paar Tavernen, in denen man gut Fisch essen kann, gibt es auch nichts zu erwähnen.
 
Das Kloster des heiligen Panteleimon befindet sich im Nordwesten der Insel unterhalb des 650 Meter hohen Profitis Ilias. Das Kloster wurde im 14. Jahrhundert erbaut und 1471 von kretischen Mönchen umgebaut und mit Mauern, Wehranlagen und einen hohen, viereckigen Turm versehen, um das Kloster vor den Angriffen der Türken zu schützen. Der Abt Jonas von Kreta hat die erste Klosterkirche erbauen, die von jeweils zwei übereinander liegenden Mönchszellen umrahmt wird.
1703 wurde vom Abt Laurentios der Bau einer neuen Kirche veranlasst, die wir später auch besichtigten.

 

Die ganze Klosteranlage ist sehr beeindruckend. Wie eine Trutzburg abwehrend mit dicken Felsmauern, aber wenn man durch das große imposante Tor geht, gelangt man in den schönen Klostergarten mit großen alten Bäumen und einer Trinkwasserquelle. Hier räkelten sich die Katzen gemütlich in der Sonne, auf der unteren Terrasse saß der Papas mit ein paar Frauen beim Frühstück.
Durch ein großes Holztor gelangt man in das Innere des Klosters. Im Vorhof befinden sich mehrere Kieselmosaike (Kocklaki).
Die Kirche ist innen mit kunstvollen Fresken ausgemalt. Sie wurden 1776 von dem berühmten Kirchenmaler Gregorios von Symi gemalt und einige der Originale sind noch gut erhalten. Auch sonst ist die Kirche mit Ikonen reich verziert und sehr schön.
 
Im Jahre 1703 wurde dem Kloster der Titel eines Klostergutes verliehen und entwickelte sich später zu einem Kultur - und Handelszentrum in dem eigene Münzen geprägt wurden, welche aber nur auf Tilos Gültigkeit hatten.

 

Nach unserer Klosterbesichtigung treffen wir noch einmal auf den Papas. Die Frühstücksrunde hatte sich inzwischen aufgelöst und scheinbar hatte er unser Gespräch belauscht, denn er fragte uns, von wo wir aus Deutschland kämen. Da er unsere Sprache sehr gut beherrschte erfuhren wir, dass er in Deutschland gewesen ist und auch schon den Kölner Dom besichtigt hätte. Mit guten Wünschen wurden wir verabschiedet und machten uns auf den Weg zu unserem Auto.
 
Zurück auf dem Parkplatz rollte uns dann tatsächlich der Mietwagen mit den abgefahrenen Reifen entgegen. Da hatten sie doch noch einen Dummen gefunden. Wir machten uns auf den Weg zum Eristos-Strand, sind aber zuerst nur bis zur Taverne Filoxenia gekommen.
Die Taverne Filoxenia liegt unterhalb von Megalo Chorio an der Straße zum Eristos-Strand. Man sitzt gemütlich unter einem großen Baum in einem schönen Garten. Die Familie ist wahnsinnig nett und das Essen ist sehr gut (alles frisch aus dem eigenen Garten), so dass wir öfter dort gewesen sind. Wer es gerne etwas ruhiger hat, kann hier auch eine schöne große Ferienwohnung mieten.

 

Der Eristos Strand ist im Übrigen ein fast zwei Kilometer langer Sandstrand und war Ende September menschenleer.
 
 
Hier geht es weiter nach Mikro Chorio und Megalo Chorio.