Ermoupolis

 
- der Name entstand zu Ehren Ermis = Hermes - dem antiken Gott des Handels.

 

Auf dem Ajios Georgios-Friedhof fühlten wir uns in uralte Zeiten zurückversetzt. Der beeindruckende Friedhof mit seinen monumentalen Grabmalen, Büsten, Sarkophagen und Bildern der reichen Reeder- und Industriellenfamilien gleicht eher einem Museum. Interessant sind auch die Inschriften, welche auf berühmte Künstler, nicht nur von Syros, aufmerksam machen. Ein Stück Zeitgeschichte, welches auf die Entwicklung von Ermoupolis und das Leben seiner früheren Einwohner hinweist.

 

Normalerweise besucht man einen Friedhof nur gezwungenermaßen, aber manchmal ist morbider Charme auch anziehend. Der träumende Engel auf dem Grab der Familie Vafiadakis, der ruhende Engel mit Schild als Bewacher oder Schutzengel? Wir wissen es nicht, aber man kann sich seine eigenen Bilder und Geschichten dazu machen.
 
Von der Ruhe des Friedhofes begeben wir uns zurück an den lebhaften Hafen von Ermoupoli. Dicht gedrängt findet man hier ein Café neben dem anderen. Auswahl gibt es genug, wobei die Frühstücksmöglichkeiten eher gering sind. Brauchen wir nicht - wir haben einen tollen Bäcker in unserer Wohnungsnähe gefunden.
Im östlichen Bereich des Hafens hat man die früheren Lagerhallen des Zollamtes in eine Kunstgalerie verwandelt.

 

Kunst stand an diesem Tag nicht auf unserem Programmzettel und so machten wir uns auf den Weg, das Vaporia Viertel der einst reichen Reeder und deren Familien zu erkunden.


 
Einen Blick in die dem Schutzheiligen von Ermoupolis geweihte Ajios Nikolaos, mit der schönen blauen Kuppel, sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Kanzel und der Bischofsthron sind Meisterwerke aus Marmor, der teilweise vergoldet wurde. Die zahlreichen Ikonen sind durch die Weihung aus Russland und Konstantinopel von unschätzbarem Wert.
Im Übrigen verdankt die Stadt Ermoupolis König Otto und einigen anderen Gönnern diese überkuppelte Basilika.
Vorbei geht es an den wunderbaren Fassaden und den kunstvollen Balkonen der klassizistischen Häuser, die vom einstigen Wohlstand der Bewohner zeugen.


Der Blick über das Wasser und die direkt am Meer gebauten alten Häuserfronten ist besonders am frühen Abend wunderschön.

Ano Syros

Die Chora oder das Dorf über der Stadt - jedenfalls zeichnet sich der Fußweg von Ermoupolis hoch nach Ano Syros durch zahlreiche Treppen aus. Einst aus Schutz vor den Piraten gewählt, schlängelt man sich heute durch ein Labyrinth von hübschen kleinen Gassen. Das Markos Vamvakaris-Museum (im Sept. nur ab 19.00 Uhr geöffnet) erlaubt einen Einblick in das Leben des einstigen Rembétikosängers.


Ruhig ist es hier oben, wenn nicht am Abend zahlreiche Touristen durch die Gassen wandern. Wir haben am Mittag ein hübsches kleines Cafe in Höhenlage gefunden mit einer Traumaussicht. Die Stühle mussten sicherlich mit Absicht etwas unbequem sein, sonst hätte man diesen Ort kaum freiwillig verlassen.


In diesem Cafe habe ich eine Rankpflanze mit Frucht entdeckt, die man zu Hause meines Erachtens nicht zu sehen bekommt. Sicherlich kann man die Passionspflanze bei uns im Blumentopf kaufen, aber als Rankgewächs mit Frucht und Blüte kannte ich sie zumindest noch nicht. Bisher hatte ich sie auch auf unseren diversen Griechenlandreisen nicht gesehen. Inwieweit die Früchte essbar sind, konnte  ich leider nicht testen.
 
Am höchsten Punkt von Ano Syros befindet sich die katholische Bischofskirche Agios Georgios aus dem 19. Jahrhundert. In der dreischiffigen Basilika wurde auch wieder sehr viel Marmor für den Fußboden, den Altar und das Mausoleum der Bischöfe verarbeitet. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kloster der Jesuiten mit der Kirche der Gottesmutter von Karmel. Etwas unterhalb des Jesuitenklosters steht das Kapuzinerkloster mit seinem historischen Vorhof.


Hier geht es weiter zu den Stränden und in den einsamen Norden.