Syros 2014


Man braucht etwas Glück oder muss frühzeitig buchen, um morgens einen Flug nach Athen zu bekommen. So trafen wir gegen Mittag in Athen ein und machten uns mit dem Flughafenbus auf den Weg nach Piraeus Gate E1. Das Gate E1 befindet sich an der Endstation des X96. Ziemlich trostlose Gegend, viel zu sehen gibt es am Ende des Hafengebietes nicht. Um 19.00 Uhr sollte uns die Blue Star 2 nach Syros bringen.


Der Tag war lang und so waren wir recht müde, als wir endlich um 23.00 Uhr auf Syros ankamen. Unseren Zimmervermieter hatten wir schnell gefunden, leider ohne Auto. Sein Auto sei zugeparkt gewesen und er hatte uns ein Taxi bestellt, was nun leider nicht auffindbar war. So standen wir wie bestellt und nicht abgeholt am Hafen von Syros. Am Hafen herrschte ein heilloses Durcheinander. Es war unangenehm kühl, da der Wind um diese Zeit etwas heftiger wehte und mir war kalt. Erst nach 30 Minuten hatten wir ein Taxi gefunden. Endlich in den Antouanetta Apartments angekommen, war auch meine Geduld am Ende. Wir waren seit drei Uhr morgens unterwegs und ich hatte eigentlich keine Lust mehr irgendwelche Dinge mit der Vermieterin zu erörtern, was man mir wahrscheinlich auch angemerkt hat. Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder anders aus. Das Apartment gefiel uns sehr gut, die Lage war perfekt und bei Antouanetta habe ich mich für meine Verstimmung in der Nacht entschuldigt. Alles Wissenswerte haben wir dann ganz entspannt bei einem Kaffee am Morgen von unserer sehr netten Vermieterin erfahren.
Hatte ich schon erwähnt, dass wir in Ermoupolis wohnten? Von unserer Unterkunft brauchten wir nur die Omirou Straße hinunterzulaufen, vorbei an der Kirche Metamorfosi, ein paar Treppen abwärts und schon standen wir auf dem Marmorplatz der Platia Miaoulis mit seinem imposanten Rathaus. Rechts und links neben dem Rathaus findet man das Archäologische Museum und das historische Theater Apollon.
Das imposante klassizistische Rathaus wurde von Ernst Ziller, einem Architekten aus Sachsen im 19. Jahrhundert erbaut. Schon der Eingangsbereich mit seinen Marmorsäulen, den schönen alten Bodenfliesen und der Marmortreppe sind beeindruckend. Im Erdgeschoß befinden sich die Justizbehörden, sowie ein kleines Café im Innenhof. Im oberen Stockwerk sind die Amts- und Konferenzräume untergebracht.
Auch am Abend war die Platia Miaoulis durch die zahlreichen Cafés rundherum, viele auch unter schattenspendenden Palmen, sehr belebt. Es gab irgendwelche Kundgebungen, herumtobende Kinder mit ihren Dreirädern, Fahrrädchen, Eltern mit Kinderwagen und vor allem auch die jungen Leute flanierten abendlich auf der Platia.
Ermoupolis hat kulinarisch schon einiges zu bieten. Auf der Marktgasse gibt es jeden Tag frisches Obst, Gemüse und Fisch zu kaufen. In zahlreichen kleinen Läden bekommt man selbst hergestellte Loukoúmia (mit Puderzucker bestäubte Fruchtgeleestückchen in verschiedenen Geschmacksrichtungen) und Chalvadópittes (große Oblaten mit türkischem Honig, Nuss- und Mandelstückchen).
Tipp:
Es lohnt sich, die Loukoúmina nicht abgepackt zu kaufen, sondern sie einzeln je nach Geschmacksrichtung zusammenzustellen. Geschmacklich ein sehr großer Unterschied zu den abgepackten Schachteln am Flughafen!
Die Anzahl der Cafés und Tavernen in Ermoupolis ist sehr groß und man hat oft die Qual der Wahl. In einer schönen Gasse (Emm.Roidou Str.) reihen sich zahlreiche Lokale aneinander und direkt die erste Taverne mit den karierten Tischdecken ist empfehlenswert.
Man benötigt schon ein paar Tage um allein Ermoupoli zu entdecken. Ein Stück vom Hafen entfernt befindet sich das einzige Kasino der Ägäis und gleich nebenan die Kirche Kimisis Theotokou, der "Entschlafung Marias" gewidmet.
Die Stadt besticht durch ihre klassizistische Architektur. Viele Herrenhäuser haben dekorative Marmorstützen (die sog. Fourousia) unter den Balkonen, aber auch die zahlreichen  schmiedeeisernen Balkone sind sehenswert. Sicherlich sind einige Bauten ziemlich heruntergekommen und die vielen Schmierereien an den Hauswänden verschlimmern das Ganze um so mehr. Trotzdem - Ermoupolis ist eine sehenswerte Stadt.
Ganz versteckt irgendwo ein alte Oelmühle und frisches Obst direkt vom Baum. Es gibt sehr viel zu sehen .....



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