Skyros 2012

 

 

Für unsere Herbstreise hatten wir uns die größte Insel der nördlichen Sporaden ausgesucht.
In diesem Jahr machten sich viele Gedanken über die Streikwahrscheinlichkeit in Griechenland, wir hatten eher das Problem eines Streiks der hiesigen Fluggesellschaft. Mit viel Glück landeten wir ohne Streik in München und hatten dort eine ziemlich knappe Wechselzeit für unseren Flug nach Athen. Theoretisch hätten wir von Athen nach Skyros fliegen können, aber wie es manchmal so ist, gab es keinen passenden Weiterflug.

Wir nahmen also den Bus X93 zum Busbahnhof Liosion. Sieben Haltestellen sollten es sein, aber wie zählt man Bushaltestellen, wenn der Bus nicht überall hält? Fahrzeit knapp eine Stunde, naja - es kommt auf den Busfahrer an. Der Busbahnhof war Dank einer guten Beschreibung schnell gefunden und eine Stunde Wartezeit lässt sich auch überbrücken, bis es dann endlich mit dem nächsten Bus weiter nach Kimi/Euböa ging. Es folgte eine dreistündige Fahrt durch eine Landschaft, die nicht so ansprechend ist. Am Hafen von Kimi hatten wir nochmals eineinhalb Stunden Zeit bis zur Abfahrt der Achilleos nach Skyros. Zeit für einen Salat in einer kleinen Taverne am Hafen.

 

Insgesamt hatten wir einen Tag Anreise, bis wir am frühen Abend in Linariá ankamen. Die Achilles bot reichlich Platz und auch den Beistand von oben in Gestalt eines Popen hatten wir mit an Bord. Trotzdem werden wir beim nächsten Mal nach der Unterbringung der Schwimmwesten schauen. ;-)
Wir hatten uns entschlossen, eine Unterkunft in der schönen Chora von Skyros zu beziehen. Unser Apartment bei Martina lag also mitten im Ortsgeschehen, was uns sehr gut gefallen hat. Außerdem gab es gleich nebenan den besten Skyros Honig zu kaufen.
Unterhalb von Chora erstreckt sich der große Sandstrand von Magaziá. Ein Treppenweg führt in wenigen Minuten zur Strandsiedlung. Außer zahlreichen Pensionen gab es mittendrin auch ein kleines Gehege für das zukünftige Pork-Souvlaki. Am schönen Sandstrand lädt die für Griechenland etwas ungewöhnlich buntgestaltete Juicy Bar zum Verweilen ein. Die Liegestühle am Meer durfte man kostenlos nutzen.
Läuft man ein Stück weiter am Strand entlang, kommt man nach Mólos mit seinem kleinen Fischerhafen. Ein Stück davor haben wir auch unsere Lieblingstaverne "Oi Istories tou Bárba" gefunden. Die Taverne liegt etwas erhöht direkt am Strand. Der Innenraum, sowie die Terrasse sind mit vielen schönen Kleinigkeiten aus dem ehemaligen Fischerhaus dekoriert. Dort kann man stundenlang sitzen und auf das Meer und die untergehende Sonne blicken. Dass Kóstas Küche unbedingt empfehlenswert ist, brauche ich eigentlich gar nicht zu erwähnen. Tomatensalat mit geräucherter Makrele und Kapernblättern hatten wir vorher noch nicht in Griechenland gegessen. Ein Glück, das wir jeden Abend die Treppenstufen nach Chora hinauflaufen mussten.

 

Nördlich von Molos liegt das Kap Pouriá. Zum Baden fanden wir den dortigen Strand nicht unbedingt geeignet. Die restaurierte Windmühle, in der sich eine Taverne befinden sollte, sah aus, als wäre sie schon länger verlassen.

Interessant ist die in einen großen Felsen gebaute Höhlenkirche Ágios Nikólaos, die man auch von innen besichtigen kann. In der Nähe liegt auch noch die Kapelle Zoodóchos Pigi, die aber verschlossen war.
Verwundert haben uns die kantigen Steine in geometrischen Formen, aber das Rätsel konnten wir anhand unseres Reiseführers lösen. Hier wurden Felsblöcke als Baumaterial herausgeschnitten. Gegenüber liegt die Miniinsel Ágios Ermólaos mit einer kleinen Kapelle. Scheinbar war auch ein "Künstler" von der Gegend inspiriert und verewigte dort sein Bild.

 

Auf dem Weg zur neolithischen Siedlung Palamári machten wir noch einen Abstecher zum Kareflou Beach. An dem großen einsamen Sand/Kiesstrand gab es leider viel angeschwemmten Seetang, dieser Tag war leider zum Baden nicht geeignet.

Die 1979 entdeckten Ruinen der prähistorischen Stadt Palamari stammen aus den Jahren 2500 und 1800 v.Chr. und sind von großer archäologischer Bedeutung. Die Ausgrabungen begannen im Jahre 1981 und dauern bis heute an und offenbaren die Existenz einer befestigten Siedlung an der Küste.

Neben dem Eingang befindet sich ein Informationszentrum. Hier bekommt man einen Einblick zum Verlauf der Ausgrabungen, Vergleichstafeln zu anderen Ausgrabungen auf griechischen Inseln, sowie einige ausgestellte interessante Artefakte, Vasen und Gefäße aus der Bronzezeit zu sehen.

Das Gelände der Ausgrabungen zeigt den klaren Stadtplan einer gut organisierten Stadt mit umfangreichen Verteidigungsanlagen, Festungsmauern, einem Hafen, Straßen und großen Gebäuden. Es muss zu dieser Zeit auch schon organisierte Haushalte mit Öfen, Herden und ein Art Kanalsystem gegeben haben.

 

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen Stop an den verfallenden Ruinen von Katoúnes und der Kirche Ágios Geórgios.
Inmitten der grünen Landschaft befinden sich noch einige Kirchen, die wir aber trotz Skai-Map nicht zuordnen konnten. Die Beschreibung der Kirche Agia Paraskevi im Reiseführer stimmt nicht. Die Kirche liegt weiter oben (mehr Richtung Ostküste) und hat keinen Glockenturm. Sie ist eher unscheinbar und liegt in einem abgezäunten Areal, wo auch der Weg endet. Die Beschreibung passte eher auf die Kirche Agios Christos, da sie den beschriebenen Glockenturm hat. Die Aussicht von oben Richtung Chóra war jedenfalls herrlich.



Hier geht es weiter quer über die Insel.