Die Höhle der Apokalypse und das Johanneskloster



Am nächsten Morgen folgten wir wieder dem alten Eselspfad nach Chora. Das Johanneskloster wirkte auf mich wie ein Schiff inmitten eines weißen Häusermeeres.
Zuerst besichtigten wir die Höhle der Apokalypse.
Die heilige Höhle mit dem Kloster der Apokalypse befindet sich auf halber Höhe des Berges zwischen Skala und Chora. Die Höhle ist der heiligste Ort der Insel. Hier soll der Apostel Johannes die ihm von Gott geschenkte Offenbarung niedergeschrieben haben. Im Halbdunkel und der absoluten Ruhe der Höhle verliert man das Gefühl von Zeit und Raum.
Patmos gehört zu den sieben wichtigsten Pilgerorten Europas. Im Jahr 1088 wurde mit dem Bau des Klosters begonnen. Mit seinen hohen Mauern wirkt das Kloster wie eine Festung. Diese haben die Menschen jahrhundertelang vor Piratenangriffen geschützt.
Das Kloster wurde auf mehrere Stockwerke gebaut und ähnelt einem Labyrinth mit winzigen Zellen, engen Treppen und kleinen Höfen. Normalerweise ist das Kloster ein Ort der Stille und Einsamkeit, ausgenommen der Tage, an denen die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe das Kloster wie ein Heuschreckenschwarm heimsuchen. Da wir aber gut informiert wurden, hatten wir einen ruhigen Tag erwischt.
In der Sakristei - dem heutigen Museum - wird ein Teil der Kostbarkeiten des Klosters ausgestellt. Dazu gehören Ikonen, handgewebte und goldbestickte Kirchengewänder, Silber - und Goldgegenstände, sowie viele Manuskripte von unschätzbarem Wert. Faszinierend fand ich das Manuscript No. 33 - "Homilies of Gregory of Naziazus", Parchment 941. Ein wunderschönes, sehr gut erhaltenes Buch in alter Schrift und Zeichnungen welche die Predigten von Gregor von Nazianzus beinhalten.
Zum Abschluß gab es in der Taverne Vagelis warme gefüllte Paprika mit Käse, Schweinefleisch Rebetiko in Pergament gebacken und Ziege aus dem Ofen. Sehr gut und lecker!


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