Kreuz und quer über die Insel

 

Kloster Kalamitsia

 

Das ehemalige Jesuitenkloster Kalamitsia liegt in der Nähe von Melanes. Wir fuhren auf der oberen Platia von Melanes die Straße weiter gerade aus. Das letzte Stück der Straße ist nur noch ein schmaler Schotterweg mit teilweise tiefen Furchen und wir hofften, daß wir keinen Gegenverkehr haben. Der Weg endet unterhalb eines kleinen Gebäudes auf der linken Seite mit einem kleinen Parkplatz. Die Ruine lag in einer Talmulde inmitten von Palmen und Zypressen. Keine Menschenseele weit und breit. Das Kloster wirkt geheimnisvoll und könnte bestimmt einige Geschichten aus den früheren Jahrhunderten erzählen. Das Hauptgebäude ist teilweise noch gut erhalten, aber es empfiehlt sich wegen Einsturzgefahr nicht in den Keller hinabzusteigen. Durch die vielen Fenster hat man einen schönen Blick auf die umliegende Landschaft.

 

Der Kouros von Flerio und der Kouros von Potamia

 

Von Melanes Richtung Myli führt ein Weg rechts hinab zu einem Parkplatz. Von dort führt ein Fußweg zum ersten Kouros. Der Kouros von Flerio liegt rechts unter Bäumen in einem kleinen Garten. Der Statue fehlen zwar ein Fuß und ein Stück Bein, aber trotzdem schätze ich ihn auf ca. 6 Meter. Gleich nebenan befindet sich der Paradiesgarten mit seinen Orangen- und Zitronenbäumen. Der hübsche Garten ist bewirtschaftet und lädt zu einer Pause ein.
Die zweite Statue - der Kouros von Potamia - liegt ein paar Meter hinter dem Paradiesgarten, rechts den Hang hinauf. Vorbei an zwei wieder zu schließenden Ziegengattern erreicht man nach 15 Minuten den Platz mit dem hangabwärtsliegenden, etwas kleineren zweiten Kouros. Der Lageplatz des ersten Kouros neben dem Paradiesgarten hat uns besser gefallen, er war irgendwie mystischer.

 

Panagia Drosiani

 

Die Panagia Drosiani liegt Richtung Moni auf einem Hügel rechts von der Straße. Von der Straße führt ein Weg hinauf zur Kirche. Schon am Treppenweg wurden wir schon von zwei aufdringlichen Verkäuferinnen für Webarbeiten empfangen. Wer sich wirklich für Webarbeiten interessiert, sollte sich besser bei der freundlichen Eleftheria Krpodini in Moni umschauen. Die interessante Kirche besteht aus einem einschiffigen Hauptgebäude und drei seitlichen Nebenbauten. Das Innere der Kirche war wenig interessant und trotzdem wurden wir strengstens überwacht, fotografieren verboten ;-) Von außen ist die Kirche von mehreren Seiten zu besichtigen und auch der kleine Friedhof ist zugänglich.

 

Moni

 

Das Bergdorf Moni ist bekannt für seine traditionellen Webarbeiten. Wir konnten Eleftheria "Loom Woven Creations" ein wenig bei der Arbeit zusehen. Sie erzählte uns, das an ihrem Webstuhl schon ihre Großmutter gewebt hat. Es gibt hübsche Webarbeiten zu kaufen, ganz unaufdringlich, und die kleine Tochter übt sich in der englischen Sprache und spielt sehr schön Geige. Am Ende des Dorfes befindet sich noch ein altes Waschhaus.

 

Pyrgos Chimarrou

 

Man fährt von Filoti auf einer gut ausgebauten Asphaltstraße, entlang einer landschaftlich schönen Gegend mit mehreren kleinen Kapellen, im Bogen um den Zas herum zum Pyrgos Chimarrou. Der 15 Meter hohe Rundturm mit Baugerüst, vermittelt den Eindruck, daß sich hier seit Jahren nichts mehr getan hat. Die aufgestellte EU-Tafel weist noch einen Drachmenbetrag aus. Innen ist der Turm leer, aber man sieht an der Innenwand die Stufenreste, welche sich spiralförmig nach oben ziehen. Im unteren Bereich sind die Stufen schon ganz weggebrochen. Die weiteren 11 Kilometer Schotterpiste bis zum Ormos Kalandou haben wir uns erspart.

 

Wallfahrtskirche Panagia Argokiliotissa

 

An einem sehr windigen Tag entschlossen wir uns noch die Wallfahrtskirche Panagia Argokiliotissa in der Nähe von Koronos zu besichtigen. Wir waren über diesen riesigen Gebäudekomplex in einer völlig einsamen Gegend sehr erstaunt. Teilweise machte die Klosteranlage den Eindruck als wäre sie aus Geldmangel nie fertiggestellt worden, wobei manche Teile schon wieder nach Verfall aussahen. Sehr schön ist die alte Wallfahrtskirche Panagia Zoodochos Pigi unterhalb des neuen Gebäudekomplexes. In der Felsenkirche Agia Anna befindet sich eine heilige Quelle mit einem kleinen Marmorbecken.

 

Lionas

 

Nach soviel Kirchenbesichtigung fuhren wir zurück Richtung Koronos und von dort steil bergab Richtung Meer und dem Küstenort Lionas, wo die Straße auch endet. Willkommen im Nirwana von Naxos, wo wir von einer wild winkenden Frau begrüßt wurden. Verwundert winkten wir erst einmal freundlich zurück und machten uns auf den Weg ans Meer. Von dort winkte uns plötzlich auch noch ein älterer Mann von einer erhöhten Terrasse. Keine Aufregung, wir wollten bei dem Wind nicht im Meer baden gehen. Plötzlich begriffen wir, daß beiden Tavernenwirte uns jeweils in ihre Taverne locken wollte. Wer hat zuerst gewinkt? Wir wurden mit frischem Fisch, Saft von eigenen Kirschen, Gemüse und Kartoffeln aus dem eigenen Garten belohnt. Der Nachtisch und abschließend Rakamelo gingen aufs Haus. Sehr empfehlenswert das Delfinaki ;-) Auf dem Rückweg haben wir dann noch zwei völlig erschöpfte Wanderer aufgelesen und mit nach Koronos genommen. Eine gute Tat am Tag muß sein.

 

Agiassos

 

Wem es am schönen Psili Ammos Strand zu voll ist, kann noch zum Ormos Agiassos ausweichen. Dort ist man im Juni fast allein.

 

Die Portara am Abend durfte natürlich auch nicht fehlen. Das Gedränge um die besten Plätze zum Fotografieren begann schon lange Zeit vor Sonnenuntergang. Schön, das trotz der vielen Leute doch jeder die Möglichkeit hatte seine Fotos zu machen. Auf dem Rückweg konnte ich in der Altstadt noch ein paar mystische Gebäudefotos machen.


 

Fazit: Zwei erlebnisreiche Wochen Naxos. Wir haben viel gesehen und erlebt. Die Insel hat mehr als nur schöne Sandstrände zu bieten.


 

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