Das Inselzentrum

 

Vom Dionyos-Tempel bis nach Apiranthos

 

Der Dionysos-Tempel von Iria liegt südöstlich vom Flughafen. Vor dem Eingang befindet sich ein restaurierter Schöpfbrunnen, der früher mit einem Maultier betrieben wurde. Die kleine parkähnliche Anlage mit Olivenbäumen, Weinstöcken und viel blühendem Oleander ist sehr gepflegt. Auf dem Gelände befinden sich u.a. Teile eines archaischen Tempels, die Überreste eines Speisesaales und einer christlichen Kirche.
Vorbei geht es in Ano Sagri an der Earl Christian Basilika, einer alten Windmühle und einem freundlichen Eselreiter zu der bedeutendsten antiken Sehenswürdigkeit, dem Demetertempel von Sangri. Der einzigartige ionische Tempel wurde bereits 1949 entdeckt. Der Tempel muß ca. 12,6 x 13,2 m hoch gewesen sein und bestand bis auf die Holztüren aus Marmor. Auf dem Gelände befindet sich auch ein informatives Museum.
Der imposante Pyrgos Bazeos an der Straßenkreuzung (kurz hinter Sangri) ist nicht zu übersehen. Ab Mitte Juni finden hier wieder Kulturveranstaltungen statt. Ein Stück hinter dem Pyrgos und vor dem großen Bauernhof beginnt der Aufstieg zur Panagia Kaloritsa. Ein kleines Schild weist die Richtung den Berg Ai Lias hinauf. Schon nach 50 Metern verläßt man den Weg und überquert links vom Ziegengehege eine kleine Steinmauer. Markierte Wege gibt es nicht, aber wir laufen einfach los und orientieren uns immer an der Steinmauer entlang nach oben. Nach einiger Zeit ist auch ein Weg erkennbar. Die Klosterruine ist auch erst nach ein paar Höhenmetern richtig zu sehen.
Man erreicht die Höhlenkirche aus dem 13. Jh. in ca. 30 Minuten und wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Wir haben ein wenig die Ruinen und die Höhle erforscht. Da die Türe zur Höhle verschlossen war, mußten wir uns mit einem Foto begnügen.
Damalas ist ein uriges kleines Dorf mit einem Olivenmuseum. Hier hat man das Gefühl, das die Zeit stehengeblieben ist. Hübsche Häuser und viele kleine Gassen, in denen kein Auto die Idylle stört.
Das kleine gepflegte Museum (Traditional Olive-Press) war geöffnet bei kostenlosem Eintritt. Informationstafeln erklären die Funktion der alten Geräte.

 

Wir fahren weiter nach Chalki und lassen uns in dem hübschen Café neben der Kitro-Destillerie nieder. Der Kaffee und der selbstgemachte Kuchen schmecken genial, wenn auch nicht ganz so preiswert. In der Taverne auf der Platia um die Ecke wurde schon der Grill betrieben. Unbedingt vorher in die Speisekarte sehen, damit es später bei der Bezahlung keine bösen Überraschungen gibt.
Ein interessantes Erlebnis ist der Besuch in der Kitro Brennerei. Die Anlage stammt aus dem Jahr 1862 und ist immer noch in Betrieb. Schon der Verkaufsraum gleicht einem Museum und es gibt viele alte Gerätschaften zu sehen. Interessant sind auch die vielen alten Fotos und Kitro-Etiketten. In einem der hinteren Räume kann man die Brennanlage besichtigen. Der Kitro-Likör wird aber nur von Oktober bis Dezember gebrannt.

 

Die Kitro Frucht (sieht aus wie eine große unförmige Zitrone) gibt es das ganze Jahr und zwar in süß und sauer. Seltsamerweise wird der Likör aber nur aus den Blättern gebrannt. Uns wurden drei verschiedene Sorten zum Probieren angeboten.
Der farblose Kitro ist die natürliche Variante und hat 33 % Alkohol.
Der grüne Kitro wird bei der Gärung zusätzlich mit dem Chlorophyll der Blätter vermischt und hat 30 % Alkohol.
Der gelbe Kitro enthält auch keine künstlichen Farbstoffe, wird aber mit Safran und Zucker gemischt und enthält 36 % Alkohol.
Außerdem wird noch Marmelade und Bananenlikör hergestellt.

 

Wir haben uns für die grüne Variante als Mitbringsel entschieden. Die kostenlose Führung ist sehr informativ und lohnenswert.
Sehenswert ist noch die alte Dorfkirche, das byzantinische Museum und der Pyrgos Gratsia in Chalki.
Wir fahren weiter durch die wunderbare Landschaft der Tragea Hochebene mit Blick auf Filoti und hübsche kleine Kirchen.
Kurz hinter Filoti bogen wir rechts ab und parkten an der Kapelle Agia Marina. Wir überquerten die Straße, denn auf der gegenüberliegenden Seite führte ein Wanderweg zum Kloster Fotodotis. Der Weg verlief zuerst leicht ansteigend entlang der Straße und führte nach einigen Metern und Kurven den Hang hinauf Richtung Kloster. Das Kloster lag inmitten einer unberührten Natur. Keine Menschenseele weit und breit. Auf der Hinweistafel standen Öffnungszeiten von 11.00 bis 14.00 Uhr im Juni.
Viele schöne Pflanzen und Tiere in der absoluten Ruhe der Klosteranlage.
Wenn man möchte, kann man die Wanderung auf dem Rundwanderweg noch bis Danakos fortsetzen und von dort zurück zur Kapelle Agia Marina wandern.(ca. 2 bis 3 Stunden)
Eines der ältesten Dörfer der Insel ist Apiranthos. In dem kleinen Ort gibt es fünf interessante Museen: das Archäologische Museum, das Volkskundemuseum, ein Museum für Malerei und Kunst, das Geologische Museum und das Historisch-Naturkundliche Museum, je nach Interessenlage zu besichtigen.
Die Bestuhlung in den zahlreichen Tavernen weist auf viele Besucher hin. Nett ist das O Platano in der Mitte der Hauptgasse. Hübsch sitzt man an dem Tisch in der Mauergrotte. Wir hatten zum Glück eine ruhige Zeit erwischt und konnten gemütlich durch den Ort schlendern. Hier gab es auch wieder einen Laden mit allerlei Gewürzen und in den Gassen fanden wir noch eine Bäckerei wie aus dem letzten Jahrhundert. Das gekaufte süße Teil und das Brot war ganz frisch und umwerfend lecker.

 

Hier geht es weiter: Kreuz und quer über die Insel.