Rundfahrt durch Chalakas

 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf, den etwas unbekannteren Südwesten der Insel zu erkunden. Unsere erste Station war Provatás. In einer sehr ruhigen Bucht, eingefaßt von roten und weißen Klippen, sowie einem herrlichen Blick auf das Meer, liegt das sehr gepflegte Hotel Golden Milos Beach. Oberhalb des Strandes gibt es auch noch zwei Tavernen.
Wir fuhren ein Stück weiter durch ein Gebiet, welches sich aufgrund seiner mit Zedern und niedrigen Büschen bewachsenen Hügeln und Ebenen Kipos (Garten) nennt. Dort steht die älteste Kirche der Insel, die "Kipos Church of the Panagia". Die Kirche aus der byzantinischen Epoche ist absolut sehenswert, auch weil sich dort eines der beiden ältesten Taufbecken der Insel befindet.
Weiter ging unsere Fahrt durch ein Gebiet mit ungewöhnlichen Gesteinsformationen, welches die Einheimischen Xylokeratia nennen. Die Fahrt auf der Geröllstraße wurde abenteuerlich, nicht nur wegen den entgegenkommenden LKWs, denen man immer wieder ausweichen mußte, sondern auch, weil man schon mal einen etwas größeren Felsbrocken von der Fahrbahn räumen mußte. Umkehren oder weiterfahren, diese Frage haben wir uns unterwegs auch gestellt. Waren wir überhaupt noch auf dem richtigen Weg? Angeblich sollte man rund um Milos fahren können.
Endlich - nach einer langen Serpentinenfahrt kamen wir am Kloster Ai Janni tou Sideranou an.
Das Kloster wurde gerade für die Panagia am 25. September restauriert. Im Vorhof des Klosters und in der Kirche waren die Maler und Restauratoren am Werk. Trotzdem wurden wir zum Bleiben aufgefordert und bekamen von einem netten Griechen eine private Führung in englischer Sprache. Wir erfuhren, daß dies ein sehr kraftvoller Ort ist und daß die Zeichen der Wunder bis heute erhalten sind und im Inneren der Kirche aufbewahrt werden.  Am Seiteneingang rechts zeigte er uns auch den Einschuß einer Kanonnenkugel. Sie war 1945 von einem englischen Schiff abgefeuert worden und blieb in der Wand stecken, ohne zu explodieren. Über die Geschichte des Klosters und die Wunder der Heiligen gibt es umfangreiche Überlieferungen.
Wir bedankten uns für die nette Klosterführung und bekamen noch den Tipp uns unbedingt den Strand anzuschauen. Vor der Klosteranlage steht noch eine kleine schneeweiße Kapelle, bevor auf der linken Seite ein Schotterweg zur Sandbucht unterhalb des Klosters führt.
Die Küste ist dort sehr zerklüftet, mit Felsen die senkrecht steil ins Meer abfallen, Grotten und Klippen in den verschiedensten Farben und immer wieder kleine Sandstrände. Diese Bilderbuchlandschaft führte uns bis zur Agia Marina. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf die Einfahrt des Hafens.
Da man die Kirche nicht besichtigen konnte, fuhren wir auch direkt weiter. Es ging an der Lagune Rivári vorbei bis zum Ende des Weges und wir waren im einsam gelegenen Fischerdorf Empouriós.
Ein paar Häuser direkt ans Wasser gebaut, ein paar Zelte und ein Wohnwagen mit Zigeunern prägten das Bild. Außerdem gibt es hier die urigste Taverne, die wir bisher gesehen haben. Die Taverne liegt direkt am Wasser und der Wirtsraum ist eine Mischung aus Wohnzimmer und Küche.
Bei sehr leckerem Essen mit frischem Fisch genossen wir nun zum Abschluß unserer Rundreise das schöne Wetter und den herrlichen Blick auf das gegenüberliegende Plaka.

 

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