Das Dorf und die Umgebung

 
Auf Inseln wie Naxos, Paros, Karpathos und Syros gehen zwei Wochen sehr schnell vorüber. Schließlich gibt es auf den Inseln auch viel zu sehen, aber zwei Wochen auf einer kleinen Insel wie Lipsi hatten wir noch nie. Weder Strandlieger noch Sonnenanbeter -  da hatte ich meine Bedenken, als ich dem Wunsch meines Ehemannes nachgab. Das traumhafte Wetter, die  schöne Umgebung, unsere tolle Unterkunft und das Wissen in der nächsten Woche weitere Bekannte zu treffen, ließen meine Bedenken schwinden.
 
Viele Griechenlandliebhaber kennen die zahlreichen Inseln der Kykladen. Auch Rhodos und Kos kennt fast jeder, aber die kleine charmante Insel Lipsi    zwischen Patmos und Leros in der nördlichen Dodekanes war bis vor ein paar Jahren eher unbekannt. Mittlerweile wird die Insel täglich von  Segelschiffen frequentiert und seit einigen Jahren haben zahlreiche Italiener die Insel für sich entdeckt, was sich nicht nur auf die Immobilienpreise auf der Insel auswirkt.
Jetzt Mitte September ist es ruhig und entspannt in den Gassen des Dorfes.
 
Ein Blick hinab zum Hafen - alles ruhig. Die beiden Ouzerien werden erst am frühen Abend öffnen. Dann herrscht hier reges Treiben. Die Ouzerie Nick's & Louli's ist bei den Seglern sehr beliebt.
 
Der Hafenbereich mit den bunten Fischerbooten und der Blick auf die Panagia ti Mávri (Mitrópolis) gefällt uns immer noch.
Heute ankern zwei Ausflugsschiffe aus der Türkei im Hafenbereich, darunter auch ein kleines Reporterteam, das auf der Insel Fotos für ein türkisches Magazin macht.
 
Wir sitzen gemütlich im Cafe Stratos, als plötzlich die Patmos Star in den Hafen einläuft. Drei oder vier Popen mit gläubiger Gefolgschaft strömen auf uns zu. Der Minibus und die beiden Taxis kommen. Ziel ist die Panagia Harou (Jungfrau Maria des Todes), die älteste Kirche auf Lipsi in Richtung Hohlakoura Strand. Sie wurde 1600 von den Patmos-Mönchen erbaut und nach der Ikone der Jungfrau Maria benannt, die ein hölzernes Kreuz mit dem gekreuzigten Jesus in der Hand hält. Diese Ikone soll wundertätig sein, ihr zu Ehren wird am 23. August ein großes Fest gefeiert. Zweimal die Woche kommen Gläubige mit dem Schiff von Patmos, um die Kirche zu besuchen.
 
Wir entkommen dem Gewusel vor dem Café und entdecken ein Stück weiter hinter der Taverne von Yiannis ein neues Café. Sieht nett aus, aber in den zwei Wochen saß dort nie jemand.
Von dort kommt man wieder zum Dorfstrand. Hier den Hügel hinauf, an einem Hotel vorbei, so findet man die Käserei von Lipsi. Immer vormittags kann man hier leckeren Käse und Olivenöl kaufen. Besonders den Wein-Käse finden wir empfehlenswert.

 

Im hinteren Ortsbereich steht ein etwas verwahrlost wirkendes "Gartencenter", welches aber nur ab und zu geöffnet hat.

 

Einen viel besseren Eindruck macht hingegen die Krankenstation. Auch die Zahnärztin auf Lipsi nahe der Platia hat einen sehr guten Ruf - gut zu wissen für den Notfall.
 
Oberhalb des Ortes gibt es neben zahlreichen Wohnhäusern die Schule und eine Vielzahl von kleinen Kapellen. Die Kapellendichte auf einer kleinen Insel wie Lipsi ist schon erstaunlich.
 
Unterwegs habe ich es bald aufgegeben die Kapellen zu zählen. Der Eselnachwuchs war viel interessanter und schöner.

 

Der blaue Stuhl. An der nächsten Kirche stand er genau gegenüber auf der anderen Straßenseite. Er erinnerte mich irgendwie an das Buch "Der griechische Stuhl" aus dem Verlag der Griechenland Zeitung. Wäre noch die Frage zu klären, ob es der beschriebene Beicht-Stuhl gewesen ist ;-)
 
In der hübschen bunten Taverne Yiannis saßen wir oft und gerne zum Essen und waren auch immer zufrieden.
 
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