Die Burg von Myrina

 

Myrina wird von den Ruinen einer venezianischen Festung überragt. Die ursprüngliche mittelalterliche Burg wurde von einem byzantinischen Kaiser erbaut und in den vergangenen Jahrhunderten von Venezianern, Genuesen und Türken immer wieder erweitert. Im Vergleich zu anderen Burganlagen auf Limnos, ist sie die Einzige in gutem Zustand und gilt auch als eine der besterhaltenen Burgen der Ägäis.


Im hinteren Teil der Fußgängerzone befindet sich auf der rechten Seite ein türkischer Brunnen - ein Überbleibsel aus der Zeit der türkischen Besatzung. Darüber unter Ranken fast versteckt das Hinweisschild zum Castle. Der Weg führt vorbei an einigen Häusern stetig aufwärts und man nähert sich auf breiten Stufen den ersten dicken Mauern der Burganlage. Schon hier hat man eine sehr schöne Aussicht auf Myrina.
Nachdem wir die vielen Stufen hinauf gestiegen waren und den unteren Teil der Burganlage erreichten, standen sie plötzlich vor uns. Hirsche - wir hatten es schon gelesen und auch gehört, dass hier auf der Burg Hirsche angesiedelt wurden, aber dass wir diesen sonst so scheuen Tieren so nahe kommen, war doch eine Überraschung.
Die Lage der Burg ist ideal - die befestigte Halbinsel ragt bis zu 300 Meter ins offene Meer hinaus. Man hat nach allen Seiten eine hervorragende Aussicht und manchmal erblickt man in der Ferne den Berg Athos. Die Burg wurde durch Jahrtausende hindurch nie erobert und die Besitzer wechselten immer durch neue Vertragsabschlüsse. Besonders interessant ist ein auf Kellerniveau errichtetes Gebäude mit gewölbtem Dach. Es soll als Speicher für Nahrungsmittel zur Zeit der türkischen Belagerung gedient haben. Auffallend waren auch die viele Brunnen und Zisternen. Zwei Tunnel führten von der Burg in die Stadt, um die Burg mit Nahrungsmittel und Kriegsmaterial zu versorgen. Die Erkundungstour auf der Burg macht Spass und man kann sich sehr gut vorstellen, wie es dort früher ausgesehen haben könnte.
Da der Himmel plötzlich schwarz wurde, beeilten wir uns und erreichten im letzten Moment das Kafenion am Hafen. Es gab ein fürchterliches Gewitter, und mit einem ohrenbetäubenden Krachen schlug ein Blitz in das vordere Hafenbecken ein. Zum Glück passierte nicht mehr, aber es regnete wie aus Kübeln und das Wasser stürzte sindflutartig die kleine Einkaufspassage hinab. Wir machten es uns im Kafenion gemütlich und beobachteten das Naturschauspiel bei Ouzo und einem Teller Mezedes. Nach ca. zwei Stunden war der Spuk vorbei - die Sonne kam heraus und das Kafenion leerte sich.
Bis zum Abend hatten sich die dunklen Wolken verzogen und die nächsten Tage waren wieder sonnig.

 

Hier geht es weiter quer über die Insel.