Die östliche Halbinsel von Limnos

 

Moudros liegt am Ostufer des inneren Golfbeckens, zirka 30 Kilometer von Myrina entfernt. Die Strecke nach Moudros besticht aufgrund der vielen Militärstationen nicht durch schöne Landschaft. Früher war Moudros die Hauptstadt der Insel und heute ist sie die zweitgrößte Stadt von Limnos. In Moudros findet man Cafés und Tavernen, sowie viele Unterkünfte. Wir fanden die Stadt bis auf ihre Kirche und die malerische Taverne, Galazio Limani am Hafen nicht besonders attraktiv.

 

Wir fuhren von Moudros die gut ausgebaute Straße weiter in südlicher Richtung zum Kap Sagráda. In der Bucht, mit einer Landschaft aus vulkanischen Gesteinen, liegt der Sandstrand Megalo Fanaraki und Mikro Fanaraki mit Taverne und Strandbar.

 

Am Micro Fanaraki Beach befindet sich das Fanaraki bzw. Fokia Cave. Die Landschaft mit Sandhügeln, Büschen, geologisch gezeichneten Farben der Vulkanfelsen und den Felsenhöhlen im Meer ist schon erstaunlich. Eine interessante Gegend die doch einige Fragen offen lässt.

 

Nach dem farblichen Schauspiel vom Fokia Cave fuhren wir weiter in südöstlicher Richtung nach Roussopuli. Das kleine Dorf mit den engen Gassen wirkt verlassen und die Kirche des Heiligen Dimitros war verschlossen. Wir ließen auch Kaminia mit seinem auf dem Hügel liegenden Friedhof hinter uns und machten uns auf den Weg nach Poliochni.

 

Poliochni liegt ganz in der Nähe des Kap Vroskopos im Südosten der Insel und ist die wichtigste archäologische Stätte der Insel. Die prähistorische Stadt ist die älteste Siedlung in der Ägäis und wurde ca. 1000 Jahre vor Troja gebaut. Archäologen der ital. archäologischen Schule in Athen haben seit 1930 sieben archäologische Ausgrabungsschichten gefunden, die auf eine Besiedlung im 5. oder 4. Jahrtausend v. Chr. hinweisen. Poliochni war eine mauerbewehrte Küstensiedlung mit ungefähr 1500 Bewohner. Die Stadt verfügte über ein Abwassersystem, gepflasterte Straßen und kommunale Versammlungsplätze. Es gibt Reste von Mauern, Türmen, Häusern und anderen Gebäuden. Besonders interessant war die Ausgrabung des Versammlungshauses, das antike Vouleftirio. Dort soll sich die Elite der Stadtbewohner versammelt haben und strittige Fragen von öffentlicher Bedeutung schlichtete haben. Ein Beweis für die älteste Demokratie in Europa? Ende des 2. Jahrtausend v. Chr. oder in der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausend v. Chr. (es gibt unterschiedliche Angaben) wurde die ursprüngliche Stadt vermutlich durch ein Erdbeben zerstört und verlassen. Es soll aber vorübergehende Wiederbesiedlungen gegeben haben. Ausgrabungsfunde sind im Museum in Myrina und in Athen ausgestellt.

 

Nach soviel Kultur fuhren wir in Richtung Skandali und von dort weiter zur Südostküste Agios Sozon. Die hübsche weiße Kirche des hl. Sozon, mit ihrem Glockenturm, wird nicht nur am 7. September zum Ehrentag des Schutzheiligen der Stadt von den Einwohnern der Insel gerne besucht. Es ist traumhaft, dort in der Sonne zu sitzen und auf das Meer zu blicken.



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