Der Westen u. Norden von Limnos

 

Wir machten uns am frühen Morgen auf den Weg nach Kaspakas. Das Dorf liegt fünf Kilometer nördlich von Myrina am Fuße des Mount Agios Anastasios. Von dort aus wollten wir an den empfohlenen Strand von Agios Ioannis und uns eine der ursprünglich ausgesuchten Unterkünfte in St. John ansehen. Die Enalion Apartments zu finden, war gar nicht so einfach. Die fünf Apartments liegen traumhaft ruhig an einem kleinen Hang mit Blick auf das Meer. Für uns im September leider zu einsam, da zwar der Strand traumhaft ist, aber die Tavernen zu diesem Zeitpunkt schon geschlossen waren.

 

Die Strecke von Kaspakas über Kornos, Sardes, Dafni bis Katalakkos ist sehr landschaftlich geprägt und wird auch als die Kornkammer der Insel bezeichnet. Die Bewohner der kleinen Dörfer betreiben neben dem Getreideanbau, Viehzucht und Weinanbau. Man findet auch viele Feigen- und Olivenbäume. Im Gebiet von Atsiki gibt es sogar kleinere Unternehmen, die Brot und Süßigkeiten herstellen und Softdrinks abfüllen.
Kurz vor Katalakkos weist ein Hinweisschild zu den Sanddünen und zum Gomati Beach. Man biegt nach rechts auf die gutbefahrbare Straße ab. Der Gomati Beach ist ein Eldorado für Surfer und Kitesurfer. Am Strand war richtig viel los. Viele junge Leute mit Auto, Surfbrett und einige Wohnmobile standen auf der anderen Seite des Strandes. Da es an diesem Tag sehr windig war, konnten wir einige der Surfer beobachten. Seit 2008 gibt es den Surfclub Keros auf der Insel.

 

Man sollte dem Schild am Weg (Sand-Dünen 2 km) nicht unbedingt folgen. Im September war die unbefestigte Straße nach 100 Meter aufgrund großer Schlaglöcher und breiten Rinnen im Boden für einen normalen PKW nicht mehr befahrbar. Es lohnt sich allein wegen der schönen Landschaft und der tollen Aussicht, den Weg zu Fuss zurückzulegen.
Die Sanddünen von Katalakkos, auch Pachies Ammoudies genannt, sind ein einzigartiges geologisches Phänomen und erinnert ein wenig an die Sahara.
Auf halber Strecke hat man zwei große überdachte Informationstafeln aufgestellt. Auf den Tafeln sind die in diesem einzigartigen Gebiet lebenden Vögel und die dort wachsenden Pflanzen aufgeführt. Da es sich hier um ein Naturschutzgebiet handelt, ist das Betreten der Sanddünen verboten.

 

Die Bergkirche Panagia Kakkaviotissa liegt im Südwesten auf dem 282 Meter hohen Berg Kakavos. Der Weg ist von Myrina bis zu einem Parkplatz unterhalb des Berges ausgeschildert. Links vom Parkplatz lag eine Müllkippe und Tankwagen liessen zu allem Übel dort auch noch Abwasser ab. Vom Parkplatz führen auf der rechten Seite Treppenstufen nach oben. Die obligatorischen Steinmännchen weisen einem den Weg.
Der ganze Weg ist gut gekennzeichnet und man benötigt ca. 30 Minuten bis zur Felsenkirche. Die Landschaft besteht aus eigenartig geformtem, massigem Fels, und beim Aufstieg hat man immer wieder eine schöne Aussicht auf Myrina. Die Felsenkirche sieht man erst kurz vor dem Ziel. Eine steile Treppe führt hinauf zur Panagia. Aufgrund der Fotos und Postkarten hatten wir uns die Felsenkirche etwas spektakulärer vorgestellt, der Weg dorthin hat sich aber trotzdem gelohnt.

 

Das Archäologische Museum in Myrina befindet sich in einem neoklassischen Herrenhaus im Stadtteil Romeikos Gialos. Die ersten Ausstellungen gab es bereits 1951. Im Jahre 1993 wurde das Gebäude renoviert und um viele Sammlungen erweitert. Im Erdgeschoss sind die Funde aus der prähistorischen Zeit Koukonnisi, Poliochni und Myrina ausgestellt, sowie Skulpturen und Grabsteine von Limnos und Imbos. Die Funde aus Kaveirio, Hephaestia und viele weitere interessante Funde wie Schmuck, Werkzeuge, Vasen, Figuren und Münzen kann man auf der zweiten Etage besichtigen.

 

Spaziert man die Uferstraße am Romeikos Gialos entlang, findet man eine große Anzahl von sehr schönen alten Herrenhäusern aus dem 19.Jahrhundert, viele Restaurants und Bars, die besonders bei der einheimischen Jugend sehr beliebt sind. Am Ende der Promenade führt ein Weg hinauf zur Agia Paraskevi, von dort führt der Weg auch hinauf zur Burg.

 

Gegenüber der Burg, auf der anderen Seite des Hafens, steht die Kirche Agios Nikolaos. Allein für die Aussicht von dort lohnt es sich, einmal um den ganzen Hafen herumzulaufen. Den im Wasser stehenden Griechen hatten wir zuerst für einen Fischer gehalten. Aber bei näherem Hinsehen sahen wir, dass er eine Schüssel  Weinberg-schnecken reinigte. Er erzählte uns, dass er sie am Morgen gesammelt hätte und sie nun für das Abendessen vorbereite. Na dann guten Appetit :-)

 

Eine unserer Lieblingstavernen lag genau unterhalb unseres Feriendomizils am Strand Riha Nera. Die Fischsuppe mit einem kompletten Fisch und dazu der wunderbare Sonnenuntergang sind ein echter Geheimtipp.

 

Fazit: Limnos war keine Liebe auf den ersten Blick, aber die Insel hat ihren besonderen Charme, durch die vielen traumhaften Strände, durch das schöne Myrina und die Burg, die zahlreichen prähistorischen Ausgrabungsstätten und die reizenden und überaus freundlichen Menschen dieser Insel. Limnos ist eine Reise wert und durch einen Inlandsflug von Athen sehr schnell erreichbar.



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