Leros 2012

 

Der Besuch auf Leros war eher eine Notlösung, da es nur dreimal die Woche eine Verbindung von Astypálaia nach Kalymnos gibt. Unsere Weiterreise zu unserem Ziel Patmos wurde so von Leros unterbrochen. Große Erwartungen hatten wir nicht an diese "verrufene" Insel und wurden doch wieder positiv überrascht.

 

Am Hafen von Agia Marina wurden wir von unserem netten Vermieter abgeholt und zu den Angelika Studios in Alinda gebracht. Die Studios sind umgeben von einem Blütenmeer, welches von den stolzen Besitzern mit Hingabe gepflegt wird. Die Zucciniblüten aus dem eigenen Garten - einfach lecker.
Es ist ein Vorteil, daß die kleinen Fährschiffe in Agia Marina ankommen, so entsteht beim Anblick des kleinen Hafenortes gleich ein positives Bild. Auffällig ist die große Kirche in verschiedenen Rottönen - eher selten für Griechenland. Im großen Hafen von Lakki, das in der Bauweise sehr von der italienischen Besatzungszeit geprägt ist, möchte man dagegen gleich wieder umkehren.
Etwas oberhalb von Agia Marina liegt Plátanos, die alte Hauptstadt von Leros und das einzige Dorf, welches noch etwas griechisches Flair hat. Hier steht auch das Rathaus und man findet verschiedene kleine Läden, einen Metzger sowie einen Obst- und Gemüseladen. Das große Kaffeehaus auf der Platia ist der ideale Platz, um das Dorfgeschehen zu beobachten. Das "Live-Kino" vor dem Gemüseladen bescherte uns bühnenreife handgreifliche Auseinandersetzungen der Dorfbewohner. Das Fotografieren sollte man dabei aus "urheberrechtlichen" Gründen besser unterlassen ;-)
Es gibt zwei Möglichkeiten die zum Kastro führen. Entweder nimmt man von der Platia den 800 Meter langen Stufenweg hinauf zum Kastro, oder fährt mit dem Auto drei Kilometer hinauf, wobei man unbedingt Zwischenstopps wegen der schönen Aussicht einlegen sollte. Die Windmühlen unterhalb der Burg wurden restauriert und mit einer kleinen Mauer umgeben. Durch ein kleines Gartentor kann man die Windmühlenanlage betreten und besichtigen. Die einzelnen Mühlen sind aber verschlossen.
Wir haben unser Auto an den Windmühlen stehenlassen und sind das letzte Stück zur Burg, die auf dem 154 m hohen Gipfel des Pitiki liegt, hinaufgewandert. Etwas unterhalb der Burg steht das kleine Eliaskirchlein. Dort hat man als Mahnmal eine deutsche Bombe eingemauert.
Die Burg der Panagia wurde während der Zeit des Byzantiums aus den Überresten der alten Festung gebaut. Wie auf vielen griechischen Inseln schützte sich auch hier die Bevölkerung vor Piratenangriffen. Später wurde die Burg von den Johanniter-Rittern besetzt und weiter ausgebaut.
Im Vorhof der Burg steht die Kirche der Panagia. Im Inneren der Kirche gibt es einige alte Schätze, wie z.B. die Marien-Ikone zu besichtigen. Das Museum im Nebenraum der Kirche war leider verschlossen. Oben von der Burg gibt es viele schöne Aussichtspunkte über die Insel hinaus auf die blaue Ägäis.
Nach der Besichtigung der Burg fuhren wir Richtung Ostküste. Der kleine Küstenweiler Panteli liegt auf der anderen Inselseite gegenüber Agia Marina, unterhalb von Platanos. Auch von hier kann man in kurzer Zeit nach Platanos hinauflaufen.
Nicht nur der im Reiseführer auserkorene Lieblingsort des Autors Klaus Bötig, sondern auch unser beliebtes Ziel, war die Taverne Nerómylos zwischen Agina Marina und Kritóni. Man sitzt direkt am Meer mit Blick auf die alte Windmühle und die Johanniterburg. Das Essen und der Service sind hervorragend.
Innerhalb der Insel findet man nur vereinzelte kleine Häuser und verschlossene Kirchen, von Tourismus keine Spur. Unser Weg führte uns in Richtung Kokkali zur kleinen Kapelle Ágios Issidoros, die von einem 50 Meter langen Damm (nasse Füße sind inclusive) von der Küste getrennt ist.


Im Norden der Insel hinter Parthéni am Plefoútis Beach ist man bis auf ein paar andere "Zweibeiner" völlig ungestört. Der Kiesstrand ist sehr sauber und es gibt eine kleine gute Taverne.
Acht Kilometer südlich von Agia Marina liegt das kleine Küstendorf Xirókambos. Hier gibt es einen langen Strand mit Tamarisken und ein paar Tavernen. Mich interessierte aber viel mehr die Panagia Kavourádena, angeblich die schönste Kirche der Insel, am östlichen Ufer der Bucht. Der Weg zur Felsenkirche gefiel mir, aber die in eine Felsnische gebaute kleine Kirche war zu meiner Enttäuschung völlig leer. Aus welchem Jahr waren meine Reiseführer ??
Aussicht mit Durchblick
Die schmalen Strände an der Uferstraße von Alinta haben uns nicht so zugesagt, aber am Ortsende führt ein Weg an der kleinen Marienkapelle vorbei zu einem kleine Strand, der vorwiegend von Einheimischen genutzt wird. Ein Stück weiter ist der gut besuchte langen Kiesstrand von Lioskária. Von dort hat Dieter Graf in seinem Wanderbuch den Weg zum Strand von Kryphos, einer einsamen Badebucht, beschrieben. Pech, daß die Beschreibung leider nicht mehr so richtig mit den örtlichen Gegebenheiten zusammenpasste, denn wir haben vergeblich gesucht. Einen gehbaren Abstieg zur Bucht haben wir nicht gefunden.
Die wenigen Tage auf Leros waren nicht langweilig, bereut haben wir den Zwischenstopp auf dem Weg nach Patmos auf keinen Fall.

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