Menetes - Agios Mammas - Finiki

 
 
Wir fuhren von Arkassa durch die hügelige Landschaft in das mittelalterliche Dorf Menetes. Das Dorf liegt an einem steilen Hang und besonders auffällig sind die vielen bunten Häuser. Menetes ist mit ca. 500 Einwohnern der zweitgrößte Ort auf Karpathos.
 
In der Ortsmitte unterhalb des Museum befindet sich ein kleiner Parkplatz, wo wir unser Auto abstellten. Wir hatten kaum Zeit uns umzusehen, als schon eine lebhafte kleine Person auf uns zustürzte. Sie stellte sich als Irini vor und dass man mit ihr das Museum besichtigen könnte. Sie hatte schon zwei Niederländerinnen im Schlepptau und erklärte uns sehr wortreich, dass wir mitkommen müssten. Das kleine Museum beherbergt viele landwirtschaftliche Geräte, Wandteller, Gefäße und Werkzeuge. Alle Gegenstände sind aus Menetes und der Umgebung. Irini erzählte uns, das sie 15 Jahre in der USA gelebt hat und seit ihrer Rückkehr nach Menetes ist es ihr sehr wichtig, die alten Traditionen zu erhalten.
Im Anschluss zeigte uns Irini noch die Kapelle Agios Antonios aus byzantinischer Zeit mit den 800 Jahre alte Fresken.
Nach der Besichtigung lud uns Irini in ihr Haus ein und wir konnten so ein traditionelles Soufa besichtigen. Sie erzählt uns ein paar amüsante Anekdoten aus ihrer Familie und auch, dass die Wandbehänge in der langweiligen Winterzeit bestickt werden. Obwohl wir uns im ersten Moment etwas "überfallen" vorkamen, war es eine schöne informative Besichtigung mit einer sehr humorvollen Griechin. Viele Tage später haben wir Irini noch einmal in Diafani getroffen. Auch hier wurden wir wie zwei alte Bekannte von ihr begrüßt. Hatte ich schon erwähnt, das die Menschen auf Karpathos wirklich sehr herzlich und nett sind ? :-)
 
Wir schlenderten noch ein wenig die Straße entlang, vorbei an vielen hübschen Häusern in hellblau, gelb, hellgrün, weiß und rosa. In der bunten Vielfalt lässt sich auch der Winter gut überstehen. Rechts von der Hauptstraße steht die Kimissis tis Theotókou aus dem Jahre 1845. Die Kirche war leider verschlossen, aber von der Terrasse hatten wir einen schönen Blick in die Umgebung.
An der Straße unterhalb des Dorfes steht ein großes Kriegerdenkmal. Es ist den karpathiotischen Widerstandskämpfern des zweiten Weltkrieges gewidmet.
 
Wir fuhren von Menetes zurück Richtung Arkassa. Auf der rechten Seite am Hang steht die sogenannte Trulli-Kapelle Agios Mámmas. Die Kapelle erinnert einen schon etwas an die Trulli-Häuser in Süditalien.
 
Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg in das benachbarte Finiki. Zwischen Arkassa und Finiki liegen nur drei Kilometer, die sich gut zu Fuß bewältigen lassen. Finiki liegt in einer Felsenbucht und macht schon aus der Entfernung einen idyllischen Eindruck. Im Fischerdorf gibt es ein paar gute Fischtavernen und viele Leute kommen extra zum Fischessen hierher. Etwas oberhalb des kleinen Hafens steht die Kapelle des heiligen Nikolaus. Von dort hat man eine gute Aussicht auf Finiki.
Am Hafen steht ein Denkmal, welches ein kleines Fischerboot mit einer siebenköpfigen Besatzung darstellt. Auf dem Sockel ist den namentlich genannten Helden eine Inschrift gewidmet. Sie sind am 08.10.1944 mit dem Schiff "Immacolata" von Finiki aufgebrochen und in fünf Tagen nach Alexandria gefahren, um der griechischen Regierung die Nachricht von dem für die Freiheit kämpfenden Karpathos zu überbringen. (Im Reiseführer wird der Vorfall aber anders erklärt ;-) Egal - es waren auf jeden Fall griechische Helden. :-)
Im kleinen gemütlichen Kafenion machten wir eine Pause.
 
Am Abend gingen wir in Arkassa in die Taverne To Stéki tou Markoú. Hier gab es einen leckeren Salat mit Karotten und Mais, gefüllte Zucchiniblüten und Papoutsakia. Das war wieder Mal viel zu viel aber megalecker. An diesem Abend haben wir auch durch Zufall Nikolas und Rena, die schon seit ein paar Jahren in Arkassa wohnen, kennengelernt.

 

Einen Tag später ging es nach Piles - Othos und zum Kap Ágios Theódoros.