Wanderung durch die Flaskiás-Schlucht

 

 

Für heute hatten wir eine Wanderung geplant. Von Arkassa ging es die Westküste entlang Richtung Pilés und weiter nach Ádia. Von hier führt ein Wanderweg durch eine der tiefsten Schluchten der Insel, der Flaskiás-Schlucht, hinauf zur Lástos-Hochebene.
5,98 Kilometer und 2.19 Stunden stand auf dem Hinweisschild zur Lástos-Hochebene. Das Schild muss ein sportlicher Gebirgsläufer aufgestellt haben. Der Weg führte zunächst durch einen Pinienwald mit wunderbaren Ausblicken.
Je weiter wir hochstiegen, desto schmaler wurde die Schlucht und die Felswände wirkten dadurch immer imposanter. Jetzt im Juni war das Bachbett trocken, aber die großen Oleanderbüsche im oberen Teil zeugten davon, dass es hier doch recht feucht ist. Zum Laufen war es im oberen Teil angenehm schattig, ist aber doch recht anstrengend. Leichte Wegpassagen wechselten sich ab mit Kletterei über Felsen und rutschige (trockene) Hänge.
 
Es ging weiter am steilen Abgrund entlang, den Berg hinauf und der Weg wurde immer schmaler. Hier sollte man schon schwindelfrei sein, da der Hang teilweise sehr steil abfällt. Der Pfad wurde immer unwegsamer und nachdem ich trotz Wanderschuhen mehrfach abrutschte, beschlossen wir umzukehren. Zeitlich wäre es auch eng geworden, schließlich hätten wir auch auf diesem Weg von der Lástos-Hochalm zu unserem Auto zurück gemusst.
Also ging es abwärts nach Áida, um dann mit dem Auto zur Lástos-Hochebene hoch zu fahren.

Die Lástos-Hochalm

 
Auf ca. 800 Meter Höhe liegt umringt vom Kalí Límni und von drei weiteren Gipfeln die Lástos-Hochebene. Ein ideales Wandergebiet und auch die urige Taverne Kali Kardiá von Thanássis sucht ihresgleichen.

 

Als erstes bekamen wir eine Geländeführung mit Thanássis. Er zeigt uns seine Übernachtungsmöglichkeiten mit Soufas, für den Fall, das wir den Kala Limni besteigen wollten. Wir müssten aber spätestens morgens um 7 Uhr los erklärte er uns, da es ansonsten schon zu heiß sei und der Berg keinerlei Schatten bieten würde.
Entspannen kann man auch in einer Hängematte oder im "Pool", der zu dieser Zeit nur von zwei Plastik-Enten und einem grünen Gummi-Krokodil besetzt wurde. Unverständlich für Thanássis, dass wir seinen selbstgebrannten Schnaps nicht probieren wollten, aber wir zogen eine Portion Weinblätter, Fava und Briam der "Flüssignahrung" vor.
Auf der windgeschützten Terrasse sitzt man gemütlich und die Zeit vergeht wie im Flug.
 
Auch wenn es noch so gemütlich war, wollten wir uns auf der Hochalm noch etwas umsehen. Dass hier früher bis zu 1000 Menschen gelebt haben, davon ist heute nichts mehr zu merken. Aber zur Erntezeit von Getreide, Wein und um nach ihren Kühen und Ziegen zu sehen kommen die Bauern noch hier hoch.
Vereinzelt sieht man ein paar Häuser und die Erzengelkapelle mit ihrem riesigen (beleuchtbaren) Kreuz, in der Anfang November das Patronatsfest gefeiert wird.
 
Hier oben kann man nicht nur die Ruhe genießen, sondern auch die wunderbaren Ausblicke.
Für den Nachmittag waren wir bei Nikolas und Rena zum Kaffee eingeladen. Trotzdem mussten wir auf der Rückfahrt öfters anhalten - die Landschaft von Karpathos ist einfach zauberhaft.
 

 

Am nächsten Tag ging es nach Lefkós und Mesochóri.