Diafani

 
 
Nach den schönen Tagen in Arkássa machten wir uns Freitagmorgen auf den Weg über Pigadia, wo wir unser Auto volltankten*, in den Norden der Insel nach Diafani. Die Straße ist sehr gut ausgebaut und so gelangt man auf der landschaftlich schönen Strecke recht schnell nach Diafani.
*Seit Juli 2016 gibt es nun auch in Arkássa eine Tankstelle.

 

Wir hatten in Diafani ein Studio vorgebucht. Das Studio lag seitlich über einer Pizzeria und entsprach so gar nicht unseren Vorstellungen. Wir bekamen alternativ ein Studio im Nachbargebäude angeboten, 91 Stufen zählte die Treppe nach oben. Das Zimmer war auch in keinem besseren Zustand, hatte aber einen schönen Meerblick vom winzigen Balkon.
Die Vermieterin sagte uns, es gäbe alle drei Tage frische Handtücher, den Toiletteneimer würde sie aber jeden Tag leeren.
Dass wir hier im Norden der Insel Abstriche in punkto Sauberkeit machen müssten, hatten wir schon im Vorfeld erfahren, aber müssen völlig verschmutzte Tagesdecken, Silberfische in den Schränken, durchgelegene Betten etc. wirklich sein ??
Die Tagesdecke verschwand im Schrank, der Putzlappen kam zum Einsatz, schließlich wollten wir uns die gute Urlaubslaune nicht verderben lassen.
Anmerken möchte ich trotzdem, dass es bis zum Abend des vierten Tages immer noch keine frischen Handtücher gegeben hat und die Eimer auch nicht geleert wurden, wodurch es eine Auseinandersetzung mit der Vermieterin gab. Aus diesem Grund möchten wir diese Unterkunft auch nicht weiterempfehlen.

 

Auf der Anreise von Rhodos nach Karpathos konnte die Fähre nicht anlegen, da durch den Sturm der äußere Bereich der Mole abgesackt war. Inzwischen ist der Schaden behoben und die Fähre kann wieder im kleinen Hafenort Diafani anlegen.
Das kleine Dorf ist recht überschaubar, verfügt aber auch über ein paar hübsche "Hingucker" wie z.B. die Steinwand mit der in die Ferne blickenden Frau und der Neptunbrunnen mit einem Delphin, der aus vielen kleinen Steinen zusammengesetzt wurde.
Der Brunnen stammt von dem olymbitischen Künstler Vassílis Chatzivassílis und seinen Söhnen. Den Brunnen schmücken zwölf italienische Kacheln, die den Alltag der Menschen wiederspiegeln.
In Ólympos wurde 2008 das Wohnhaus des Künstlers in ein Museum umgestaltet.
Entlang der Hafenstraße, die am Abend für Autos gesperrt ist, gibt es eine reichliche Anzahl von Tavernen und Kafenions. In einer Seitenstraße befindet sich auch ein kleiner "Supermarket".
Vor den Strandtavernen liegt die Anlagestelle der Fischer- und der Ausflugsboote. Im Juni gab es zwei Anbieter, die jeweils Touren nach Saría, Wurgúnda oder in die verschiedenen Badebuchten machten.
Auf dem Dach der Taverne Racháti sieht man die Darstellung einer Abschiedsszene, eine winkende Frau mit zwei Kindern. Hübsch anzusehen sind auch die reich verzierten Balkone des Hauses.
 
In Diafani geht es sehr ruhig und beschaulich zu. Nur zweimal am Tag kommt leichte Unruhe im Ort auf. Morgens um halb zehn kommen die Ausflugsboote von Pigadia, die Ausflügler werden dann per Bus hoch nach Ólympos gefahren. Am Nachmittag kommen sie zurück, vertreiben sich die Zeit in den Tavernen oder an den schmalen Ortsstränden, bevor es gegen 16 Uhr zurück nach Pigadia geht.
Sobald die Boote den Hafen verlassen haben, kehrt wieder Ruhe ein und oft bevölkern nur noch die Strohschirme den schmalen Kiesstrand.
 
Die Tavernen in Diafani:

 

Im Anixis sitzt man gemütlich unter einer Weinlaube und es gibt gute griechische Hausmannskost. Das Hühnchen mit Kartoffelspalten und die gefüllten Spitzpaprika waren sehr schmackhaft. Zum Nachtisch bekamen wir eine große Portion Loukomades, die super lecker waren. Mit Vorspeise und Wein dazu war das Essen auch sehr günstig.

 

In der Taverne Para thin Alós haben wir mehrmals gegessen. Die Herzlichkeit von Maria, Foula und ihrem Mann und das leckere Essen waren unschlagbar. Frische kleine Shrimps mit Metaxa flambiert, Zucchini gefüllt mit Hackfleisch und Reis in Zitronensauce, toller Nachtisch und auch die Fleischgerichte waren von guter Qualität.
 
Gut gegessen haben wir auch noch in der Taverne Coral, wo es manchmal abends Live-Musik gab.
Schön ist es auch abends auf der Terasse vom Racháti oder im Kafeníon to Aktaío zu sitzen.
Die anderen Tavernen haben wir aus Zeitgründen nicht ausprobiert.
 
Wenn man nicht am Ortsstrand liegen möchte, hat man von Diafani aus eine gute Auswahl an weiteren Stränden. Südlich gelegen und in ca. 15 Minuten erreichbar ist der Kambi Beach. Dort ist es aber nur schön, solange nicht die die Blue Star vorbeifährt, die den ganzen Tang aufwirbelt. Eine halbe Stunde braucht man bis zur Fokái- und Merés-Bucht. Bis zur Papá-Minás-Bucht läuft man eine gute Stunde.

 

Unsere Wanderung von Awlóna nach Wurgúnda.