Karpathos 2016

 
 
Morgens um sieben Uhr soll ja die Welt noch in Ordnung sein, aber morgens um fünf Uhr? Immerhin brachte uns das bestellte Taxi pünktlich an den Hafen von Rhodos zur Prevelis. Auf dem Schiff herrschte gähnende Leere. Lohnt sich das für eine Reederei,  wenn die Prevelis nur zweimal die Woche ihre Rundreise Piraeus - Karpathos startet?
Nach anderthalb Stunden stellten wir fest, das sich doch einige Passagiere, nicht zu vergessen der große Anteil von LKWs incl. Fahrer, auf dem Schiff befanden. Da hatten doch viele eine Schlafkoje gebucht.
Nach zwei Stunden kam Chalki mit den vielen bunten Häusern in Sicht. Die Insel machte einen sehr aufgeräumten Eindruck und vielleicht werden wir uns die Insel später Mal genauer ansehen.
Da die Prevelis wegen der Reparatur des Anlegers (das haben wir Tage später aus der Nähe besichtigt) nicht in Diafani anlegen konnte, erreichten wir Pigadia schon um 10.25 Uhr.
Da waren wir nun. Drei Jahre lang die Überlegung, ob Karpathos eine Reise von drei Wochen wert ist. Die Meinungen über die Insel gingen weit auseinander, was uns die Entscheidung auch nicht leichter gemacht hat. Dazu kommt der Zwiespalt, sich zwischen einer uns bekannten Insel, die uns gut gefallen hat und der "Erforschung" einer neuen Insel entscheiden zu müssen.
Mein Dank gilt besonders Martina, die mir geduldig jede Frage zur Insel beantwortete, da sie seit vielen Jahren Karpathos besucht. Auch hilfreich bei der Wahl des Standortes war tripinView.
Der Anblick von Pigadia versetzte uns erstmal nicht in Euphorie, aber darauf waren wir vorbereitet.
 
Aber positiv gestimmt verließen wir die Prevelis und nahmen am Hafen von Pigadia unseren vorbestellten Mietwagen von Auto Tour in Empfang. Bei diesem Autovermieter stimmte der Service, das Auto und der hervorragende Preis für drei Wochen. Unsere hundertprozentige Weiterempfehlung.

 

Nach Klärung der Formalitäten und ein paar guten Tipps vom Autovermieter machten wir uns auf den Weg in den südwestlichen Teil der Insel. Arkassa sollte unser erster Urlaubsstandort sein.

 

 

Arkássa

 
Die kleine Bungalow-Anlage Saint Nicolas liegt etwas außerhalb von Arkássa (ca. 600 Meter) und ca. 70 Meter vom Strand entfernt.
Unser schönes Studio lag mittig im zweiten Stock und so hatten wir trotz der davorliegenden neuerbauten ital. Ferienanlage einen schönen Blick auf das Meer.
Am Nachmittag ging es an den noch ziemlich leeren Ágios-Nikólaos-Strand und anschließend in die Strandtaverne Glaros den ersten griechischen Kaffee testen. Er hat den Test bestanden :-)
Weniger Glück hatte ich beim Abendessen. In der eigentlich netten Taverne gab es Fisch aus dem Ofen, doch nachts um drei sagte der Fisch meinem Magen "goodbye". Schade - die Taverne hatte somit neue Kunden verloren.
 
Am nächsten Morgen starteten wir zu einem Rundgang durch Arkássa.

 

Von unserem Feriendomizil aus ging es leicht den Hang hinauf bis zu einem Mini-Market. An der Querstraße links, vorbei am ersten Supermarkt. Bei der Taverne I Kriti überquerten wir die Umgehungsstraße von Arkássa. Ein schmaler Weg führt vorbei an ein paar Tavernen und der Stema-Bar zu einer Brücke über ein ausgetrocknetes Bachbett. Dieses Bachbett teilt das Dorf in zwei Hälften. Von der anderen Seite her hat man einen sehr schönen Blick zurück auf die Ipapandi-Kirche mit ihrem Glockenturm, die oben auf dem Hügel steht. Besonders schön wirkt die Kirche, wenn sie am Abend beleuchtet wird.

 

 
Im Ortskern und rund um die Platia findet man eine große Anzahl von Tavernen, div. Cafés und weitere kleine Supermärkte. Für die Verpflegung ist also bestens gesorgt. Im Juni ging es im Dorf noch recht beschaulich zu. Man merkte schon, dass die Einheimischen auf mehr Gäste warteten.
Uns hat Arkássa sehr gut gefallen. Man hat eine große Auswahl an Unterkünften und Tavernen. In den Supermärkten bekommt man frische Backwaren sowie Obst und Gemüse und auch das, was man zu Hause vielleicht vergessen hat. Der Sandstrand mit Taverne hat uns auch gefallen und wer die Insel schon kennt benötigt hier nicht jeden Tag ein Auto.
 
Außer dem kleinen archäologischen Museum hat Arkássa noch eine weitere Sehenswürdigkeit. Von der Umgehungsstraße Richtung Menetés führt rechts eine kleine Gasse (ein Schild weist den Weg) auf die Halbinsel Paleokastro mit einem aus dem Meer herausragenden Steinfelsen. Am Rand der Halbinsel liegt die Kapelle Agia Sophia und die Überreste des byzantinischen Tempel von Agia Anastasia.
Hinter der Kapelle verläuft ein markierter Weg auf den Paläokastro-Felsen, mit den Überresten einer Festung aus der mykenischen Zeit, hinauf.
 
So kann man den Abend ausklingen lassen.

 

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Menetés.