Iraklia 2015



Dieser Urlaub hat gezeigt, daß zu viel Planung auch nicht gut ist. Da unsere drei Inselziele feststanden und wir auch schon auf jeder Insel waren, hatte ich für diesen Urlaub alle Unterkünfte vorgebucht.
Wir kamen freitags von Astypalaia mit der Blue Star auf Naxos an. Für die eine Übernachtung hatten wir im Delfini Hotel in Agios Georgios ein Zimmer incl. Frühstück gebucht. Dass die Verbindung mit der NEL Lines ein gewisses Risiko darstellte, hatten wir schon Wochen vor unserem Urlaub mit verfolgt. Da die Verbindung aber ein paar Tage vor unserem Urlaub reibungslos zu funktionieren schien, waren wir frohen Mutes. Am späten Nachmittag kauften wir die Tickets für die Fähre von Naxos nach Anafi. Eine Stunde später kam die Nachricht per SMS: "NEL fährt nicht mehr". Auf unsere Nachfrage im Ticketbüro konnte man uns keine Alternative anbieten. Am nächsten Morgen sah es nicht besser aus. Evtl. in vier Tagen hieß es und auch keine verbindliche Zusage, wie wir von Anafi wieder weg kommen würden. Das Geld für die Fährtickets wurde uns erstattet.
Schade - dieses Jahr konnten wir nicht auf unsere Lieblingsinsel. Schweren Herzens mussten wir unserer Vermieterin auf Anafi absagen.

 

Was nun?? Paros, Naxos, Schinoussa und Koufonissi wollten wir in diesem Jahr nicht. Gefragt war eine Insel mit einer guten Verbindung nach Amorgos – unserem dritten Ziel. Der beste Vorschlag kam per SMS aus Köln. „Fahrt nach Iraklia zu Anna.“ Danke Eric – es war super auf Iraklia und hier der Bericht ;-)
Samstag pünktlich um 14 Uhr startet die Skopelitis von Naxos aus zu den kleinen Kykladen.
Stop - pünktlich ? An diesem Samstag nicht. Der Tera Jet von Ios hatte eine riesige Verspätung und wir standen wartend mit zwei zusätzlichen Tickets für ein Kölner Paar und hofften, das die Skopelitis ausnahmsweise mal längere Zeit zum Beladen braucht. Endlich kam der Tera Jet in Sicht, aber die Crew der Skopelitis wollte losfahren. Zum Glück kam noch ein LKW mit Stahlträgern. Die mussten natürlich auch noch auf die Scopi. Ein endlos langer Anlegeprozess des Tera Jet - und einmal um den Hafen herum laufen war angesagt. Unsere Bitte an den Kapitän, auf die Kölner Passagiere ;-) des Tera Jet zu warten, löste keine große Begeisterung aus, aber trotzdem sind noch alle mitgenommen worden.

 

Endlich ging es los nach Iraklia. Dort wurden wir schon von unserer Vermieterin Anna erwartet.
Mit dem Auto ging es vom Hafen hinauf zu der hübschen kleinen Ferienanlage. Beim Blick auf die Umgebung kamen leise Zweifel auf, ob wir es eine Woche auf der Insel aushalten. Selten habe ich mich so geirrt. Wir hätten es auch länger ausgehalten. Iraklia ist mit seinen 17,6 qkm ein kleines Wanderparadies und es gibt viel zu Entdecken.
Eine Bademöglichkeit ist der kleine, aber schöne Strand direkt am Hafen in Agios Georgios.
Von unserer Unterkunft ging es 10 Minuten bergab Richtung Livadi Beach. Ein langer Sandstrand mit ein paar Tamarisken und glasklarem Wasser. Die Taverne Pera Panta liegt ein Stück oberhalb vom Strand. Hier kocht die Frau Mama und die Dolmades waren 'ne Wucht. :-) Hier lässt man gerne mit Blick auf den Strand den Tag ausklingen.
 
Einen richtigen Ortskern hat Agios Georgios nicht. Die Häuser verteilen sich entlang der Hauptstraße und weiter über die Hügel der Insel.
Vom Strand aus lässt sich das Schauspiel, wenn die riesige Blue Star in die doch recht schmale Hafenbucht von Iraklia einläuft, gut beobachten.
 
Iraklia hat zwei kleine Gemischtwarenladen. Ein Laden gehört unserer Vermieterin und wird im Sommer von der Tochter geführt. Bei der immer freundlichen Georgia im anderen Laden (Melissa) kann man außer dem traditionellen griechischen Kaffee auch ein Glas Ouzo trinken. Hier treffen sich morgens und abends die alten Herren der Insel.
Die Tavernendichte auf Iraklia ist schon erstaunlich. Ausprobiert haben wir nur drei von ihnen, einige waren aber auch noch geschlossen. Oberhalb der Hafenbucht liegt die Taverne Sirma. Da dort nie jemand saß, waren wir auch nicht dort. Im Perigali sind wir auch nicht gewesen. Im O Pefkos unter der alten Pinie haben wir leider nur einmal mit den Jungs vom Surfin Bird gesessen. Wir waren aber mehrmals bei Nikos im Maistrali. Dort haben wir die beste Fava seit langem gegessen.
Erwähnenswert ist das etwas oberhalb von Melissas Laden liegende nette Cafe. Dort bekommt man u.a. ein sehr gutes Eis. Außerdem gibt es im Ort noch zwei kleine Souvenirläden, ein nostalgisches "Cardphone", diverse kleine Kirchen und immer wieder eine superschöne Aussicht auf das Meer.
 
Hier geht es weiter: Panagia und Kastro.