Der Süden von Chios

 

Der Süden der Insel ist geprägt durch das Grün der zahlreichen Mastixbäume. Sie gehören zur Familie der Pistaziengewächse und das gewonnene Harz aus diesen Bäumen wird u.a. zu Mastix-Likör, Zahnpasta, Süßigkeiten, z.B. Kaugummi, Kosmetik und zur Herstellung von Lacken verwendet. Mastix aus Chios wird auch ins Ausland exportiert, und begründete schon in der Antike den Reichtum der Insel.

 

Das Highlight der Insel sind die Mastixdörfer Pyrgi, Olympi und Mestá.
Pyrgi ist das größte mittelalterliche Mastixdorf der Insel und auf seine Art sicherlich einzigartig. Viele der schönen alten Häuser haben faszinierende schwarzweiß gemusterte Fassaden. Es handelt sich hier um eine Kratzputztechnik die "Xysta" genannt wird. Neben den traditionellen geometrischen Formen findet man aber auch immer mehr andere Motive auf den Häusern.
Wenn man in Pyrgi durch die zahlreichen Gassen geht, weiß man manchmal nicht wohin man seinen Blick zuerst wenden soll. Man sieht so viele schön dekorierte Fassaden und überall hängen die kleinen roten Tomaten zum Trocknen, egal ob auf dem Balkon oder unter dem Balkon.

 

Von der Platia in nordöstlicher Richtung führt ein siebzehn Meter langer Gewölbegang zu der etwas versteckt liegenden byzantinischen Kirche der heiligen Apostel. Leider war die sehenswerte Kirche geschlossen.
Auffällig fanden wir in Pygri nicht nur die vielen alten und sehr freundlichen Menschen, sondern auch, dass sich dort das Leben überwiegend auf der Straße abspielt. Entweder saßen zahlreiche alte Männer vor dem Kafenion und diskutierten über die politischen Ereignisse, alte Frauen vor der Türe beim Gemüseputzen oder einfach beim Schwatz über die alltäglichen Dinge des Lebens, sowie auch der Vater, der mit den Söhnen das Fahrrad reparierte.
Man kann Pyrgi wirklich als Bilderbuchdorf bezeichnen in dem man auf Entdeckungstour gehen kann. Ob man nun auf dem Hauptplatz sitzt und die Sonne genießt oder ob man durch die schönen alten Gassen flaniert, die Menschen in ihrem Alltag beobachtet. Die Atmosphäre in Pyrgi ist wirklich einzigartig.

 

Für eine Badepause bieten sich der traumhafte Vroulidia Beach an. (1.Foto) Treppen führen hinab in die kleine Felsenbucht, die aber keinerlei Schatten bietet. Oberhalb befindet sich ein Kantinenwagen mit überdachter Terrasse und schönem Ausblick. Eine Alternative mit schattigen Bäumen ist der schöne Sandstrand von Kato Fana. Er liegt ca. 6 km südlich von Pyrgi entfernt, auf dem Weg nach Olympi.

 

Olympi

 

Vermutlich feierte man am 14. September in Olympi ein Kirchenfest. Die Stühle standen vor der Kirche am Ortseingang und der Pope reichte den Menschen einen kleinen Becher Wein, Brot und Nüsse, mit dem wir auch freundlich bedacht wurden. Im Anschluß ging es weiter durch die mittelalterlichen Gassen zum Dorfplatz mit seinem Verteidigungsturm, in dem heute zwei Kafenia untergebracht sind. Dort gab es eine große Portion Loukomades für 2,50 Euro und einen Frappé für 1,50 Euro. Die Preise für Essen und Getränke in den Dörfern sind immer noch sehr günstig. Olympi gleicht einer quadratischen Festung mit engen, labyrinthartigen schmalen Straßen und den Gewölben aus Stein, welche die Häuser verbinden. Die Verbindungsbögen wurden auch hier vereinzelt mit Kratzputz versehen.

 

Folgt man von Olympi den Hinweisschildern in Richtung Aghia Dynami kommt man zur Höhle von Olympi. (Sykia Cave). Die am Weg stehenden rötlichen Hinweistafeln weisen auf ein Gebiet für militärische Schießübungen hin, d.h. wandern sollte man dort nicht! Die Tropfsteinhöhle ist Mitte Mai bis Ende September täglich von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt incl. einer zwanzigminütigen Führung kostet 5 Euro. Die Höhle hat einen Durchmesser von 40 Meter und eine Höhe von 2 bis 10 Meter. In der Höhle befindet sich die größte Anzahl von Stalagmiten und Stalaktiten auf einen Quadratmeter. Sie ist wirklich sehenswert und ein Besuch lohnt sich.

 

Mestá ist das Mastixdorf, welches am besten erhalten ist. Das  ganze Dorf wurde aus grauem Naturstein gebaut und gleicht mit seinen Wachtürmen einer mittelalterlichen Festung. Im Jahre 1868 hat man auf dem Platz des mittleren Rundturmes die größte Kirche in ganz Chios erbaut. Auf dem Hauptplatz von den Bewohnern "Livadi" genannt, gibt es zwei Cafés und eine Taverne.



Hier geht weiter in die Mitte und den Süd/Osten von Chios.