Chios 2011

 

Für September hatten wir uns mit Chios und Lemnos zwei etwas unbekanntere griechische Inseln ausgesucht. Nach Lesbos ist Chios mit 842 Quadratkilometer die zweitgrößte ostägäische Insel und somit die fünftgrößte griechische Insel. Oft wird die Anreise von Lesbos nach Chios empfohlen, aber es geht auch ganz entspannt mit einem Inlandsflug von Athen nach Chios.

 

Für die ersten Nächte bezogen wir südlich der Hauptstadt unser Quartier in der Ebene des Kampos, dem ehemaligen Garten von Chios. Heutzutage verstecken sich nur noch wenige Orangen- und Zitronenbäume hinter den hohen Mauern und reich verzierten Toren der ehemals prachtvollen Residenzen des byzantinischen und genuesischen Adels.
In den schmalen Gassen des Kampos findet man viele im Detail schön restaurierte Gebäude und gepflegte Gärten, aber vielen Gebäuden droht auch der Verfall, da offensichtlich das Geld für die aufwendigen Restaurierungsarbeiten fehlt.

 

Die Stadt Chios (Chora) hat uns nicht unbedingt in Begeisterung versetzt. Man muß schon ein wenig durch die Gassen streifen, um das wenige Schöne der Stadt, aus der früheren Verbindung von Orient und Okzident, zu entdecken.
Inmitten des Straßengewirrs befindet sich der Hauptplatz der Stadt, die Platia Plastira mit einigen Cáfes und der daran angrenzende Stadtpark mit der Statue des Freiheitshelden Konstantinos Kanáris.
Von dort führte uns der Weg direkt weiter durch die Porta Maggiore mit ihrer massiven Eisentür ins Kástro-Viertel, dem ehemaligen Zentrum der politischen und militärischen Verwaltung. Hinter dem Tor gehen ein paar Stufen hinauf in den Palast der Giustiniani, einem Turm aus dem 15.Jh., in dem sich heute ein kleines byzantinisches Museum befindet.
Auf der kleinen Platia Frourio gibt es ein paar nette Cáfes und auf der linken Seite der Platia liegt ein kleiner türkischer Friedhof. Die Grabsteine sind mit steinernen Turbanen, oder mit einem Fez geschmückt.
Es überkommt einen schon etwas Wehmut, wenn man durch die Gassen der Altstadt spaziert, da der Verfall der einst schönen Häuser überall sichtbar ist.



Hier geht es weiter in den Süden von Chios.