Die Chora von Amorgos

 

Die Chora mit dem venezianischen Kastro aus dem 13. Jahrhundert, umringt von Windmühlen, da muss man einfach wieder ins Schwärmen kommen.
Ehrlich gesagt, ich habe auch noch nie so viele schöne Windmühlen auf den Kykladen gesehen. Man möge mir deshalb meine Bildersammlung nachsehen, obwohl in meinem alten Amorgos Reiseführer steht, das es vor hundert Jahren 19 Windmühlen auf dem Hügel gab. Schade, dass keine der Mühlen mehr in Betrieb ist.
Zweiunddreißig Kirchen soll es in der Chora geben. Ich habe nicht alle fotografiert, nur diese eine. Vielleicht weiss ein Inselprofi ihren Namen?
Stundenlang kann man durch das Gewirr der Gassen in der Chora laufen und entdeckt doch immer wieder Neues. Vieles sieht frisch renoviert aus und an vielen Häusern rankt eine Blütenpracht empor.
Durch die gemäßigte Anzahl der Tavernen, Cafés, Souvenirläden und der Autofreiheit spürt man in fast jedem Winkel der Chora das ursprüngliche kykladische Leben (zumindestens in der Vorsaison).
Das Essen in den Tavernen der Chora war sehr gut. Leider hatten wir an einem Abend sehr starken Wind, so das uns fast das Essen vom Teller flog. Schade, dass es oft der Wind ist, der einen davon abhält, ein paar Tage in der Chora zu verbringen.



Am Wegesrand
Eine Besichtigung des venezianischen Kastro sollte man sich nicht entgehen lassen, auch wenn es eher die Ruinen eines Wehrturmes auf einem Felsen sind. Der Blick von oben über die Chora, mit ihrem Gewirr von Würfelhäusern, bis in den Südwesten der Insel bei klarer Sicht ist traumhaft.
In der Nähe des Postamtes befindet sich die Platia Pezetakis. Dort kann man stundenlang unter blühenden Bäumen sitzen, die Menschen beobachten und vor sich hin träumen - Kykladen-Idylle pur.
Im Café Jasmin (ehem. Café Vengera) erinnern die Schattenspiel-Puppen aus gepreßter Pappe an den verstorbenen Puppenmacher Kostas Gerakis. Da auch sein Sohn mittlerweile verstorben ist, haben wir uns gefreut, doch noch ein paar der alten Figuren im Café, über der Türe ausgestellt, zu finden. Oben auf der kleinen Terrasse sitzt man gemütlich und der Joghurt mit frischem Obst ist sehr zu empfehlen.
Auf der Platia Loza, dem alten Marktplatz der Chora sitzt man unter einem schattenspendenen Eukalyptusbaum. Hier finden neuerdings in den Sommermonaten auch Veranstaltungen statt.
Die Chora von Amorgos hat uns sehr gut gefallen, trotz des starken Windes der dort oben zu unserer Zeit herrschte. Die Frage nach der schönsten Chora - Milos - Folegandros - Anafi - Patmos oder Amorgos kann und will ich nicht beantworten. ;-)

 

Das Kloster Chosowiótissa

 

Panagia Chosowiótissa - zweifelsfrei das Highlight des Urlaubs.
Vorderansicht des Klosters
Vorderansicht des Klosters
Rückansicht des Klosters
Rückansicht des Klosters

 

Die Lage des Klosters am Steilufer der Südostküste ist sensationell. Vom Parkplatz führt eine Treppe hinauf zum Kloster. (es lohnt sich, vor der ersten "Busladung" dort zu sein) Die Kleiderordnung für Besucher im Kloster ist sehr streng und nicht immer verständlich. Eine sichtbare Handbreit Wade einer Männerhose war nicht erlaubt, es mußte eine Leihhose angezogen werden. Warum aber die Arme trotz langem Kleid bedeckt sein sollten, und das doch sehr freizügige Dekolleté einer anderen Besucherin nicht bedeckt sein mußte - das verstehe wer will.
Eine steile Treppe führt hinauf in Räume des Klosters, welches eher an eine Festung erinnert. Kaum zu glauben, dass dieses Kloster 65 Räume haben soll. In der kleinen schön verzierten Kirche kann man die hl. Ikone der Panagia Chosowiótissa und die Ikone des hl. Georg besichtigen. Interessant auch die alten Fotos der früheren Mönche im "Besucherraum", wo zum Abschluß noch Rakamelo? (für uns nicht am frühen Morgen ;-) und Loukóumia gereicht wurden. Von der Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über das Meer und die Steilküste.

 

Westlich vom Kloster befindet sich in wunderschöner Lage die Kiesbucht Agia Ánna. Da dort Teile des Film "Im Rausch der Tiefe" gedreht wurden, ist dieser Strand bereits in der Vorsaison gut besucht.

Das Frauenkloster

Das Nonnenkloster Ágios Geórgios Valsamitis liegt ein paar Kilometer von Chora entfernt, etwas unterhalb der Inselstraße und wird wieder von einer Nonne bewohnt. So bekamen wir eine kleine Klosterführung. Sie erklärte uns, dass es in diesem Kloster eine heilkräftige Quelle gibt, die Leprakranke geheilt haben soll. Ein Widerspruch in sich - heidnischer Glaube in Verbindung mit christlicher Kirche. Wir fanden es interessant.



Hier geht es weiter quer über die Insel.