Ägina im März 2012



Wenn selbst überzeugte Nissomanen sich aufgrund der Situation in Griechenland andere Reiseziele suchen, uns konnte nichts abschrecken, und so sind wir Dank eines günstigen Fluges mit Aegean Airlines nach Athen, das Wagnis eingegangen, unseren Jahres-Resturlaub auf der Insel Ägina zu verbringen. Belohnt wurden wir mit einer streikfreien Zeit und einem traumhaften Frühlingswetter um die 20 Grad.

 

Die Verbindung von Piraeus mit den Flying Dolphins ist sehr gut und man ist in 40 Minuten auf der Insel. Wir kamen am frühen Morgen auf Ägina an und der Blick auf den Hafen mit der weißen Hafenkapelle Ágios Nikólaos, sowie die schöne Hafenpromenade, bestätigte uns, die richtige Wahl getroffen zu haben.


 

Unser Hotel war Dank des netten Dimitris Giakas - der auch Autos vermietet ;-) - schnell gefunden.
Das historische Hotel Aeginitiko Archontiko,  in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, liegt in einer ruhigen Parallelstraße zum Hafen.
Die freundliche Rena serviert zum Frühstück nicht nur selbstgemachte Marmeladen, sondern auch hervorragenden Kuchen.

 

Die Stadt Ägina hat mit ihrer neoklassizistischer Architektur - viele Häuser sind ockerfarben mit roten Ziegeldächern - und der schönen Uferpromenade mit vielen Restaurants und Cáfes ihren besonderen Charme. Dort sitzt man gemütlich und schaut dem geschäftigen Treiben der zahlreichen Fischerboote und Jachten am Hafen zu. Die buntgeschmückten Kutschen am Hafen laden sicherlich nicht nur Romantiker zu einer Fahrt ein.
Allgegenwärtig sind die Pistazien, welche im August geerntet werden und in fast jedem Laden angeboten werden.

 

Wir hatten uns schon am ersten Tag über die vielen Fischerboote am Hafen gewundert und waren um so mehr erstaunt, zu sehen, was die Fischer an Land brachten. Soviel Fisch haben wir noch nie gesehen. Die Vielfalt der Fischarten, die in der Fischmarkthalle zum Verkauf angeboten werden, ist überwältigend. Mit dem Geruch von frischem Fisch in der Nase kehrt man am besten gleich in eine der Tavernen hinter der Fischmarkthalle ein. Selten haben wir in Griechenland so leckeren frischen Fisch gegessen und das zu sehr zivilen Preisen.

 

Ägina ist nicht nur eine grüne und bergige Insel, sondern auch ein idealer Ort für Menschen mit Interesse an Archäologie, oder "Säulenverehrer" wie Johannes Gaitanides sie in seinem Buch nannte. Im Norden der Stadt, auf einer Landspitze mit dem Hügel Kolóna befindet sich eine abgebrochene Säule, die sich wie ein mahnender Finger erhebt. Sie ist das einzige Überbleibsel des klassischen Apollon-Tempels. Außerdem gibt es einige Ausgrabungen über verschiedene Epochen der Antike zu besichtigen. Im März ist es ein schöner Ort der Ruhe und des Verweilen inmitten vieler gelben Blüten.
Auf dem Ausgrabungsgelände befindet sich ein Archäologisches Museum. Es beherbergt eine Kunstsammlung des Tempels von Aphaia, eine Statue des Apollo-Tempels und neolithische Gefäße. Wir fanden das Museum sehr informativ, da vieles auch in deutscher Sprache beschriftet war.

 

In unmittelbarer Nähe unseres Hotel befand sich der Markellos Tower. Er wurde von Spyros Markellos, der auch 1821 der Führer der Freiheitsrevolution war, gebaut.
Am späten Nachmittag, einen Tag vor dem 25. März, dem Nationalfeiertag der griechischen Revolution, führten Kinder mit ihrem Lehrer vor dem Markellos Tower ein kleines Theaterstück für ihre Eltern auf. Wir haben zwar nichts verstanden, aber sie spielten wohl die Revolution nach.

 

Am nächsten Morgen, dem 25. März, war ganz Ägina bei strahlendem Sonnenschein auf den Beinen. Zuerst die Kranzniederlegungen zum Nationalfeiertag und dann die große Parade durch die Stadt. Zum Abschluß gab es noch ein paar Volkstanzeinlagen und schließlich wurde der Feiertag im Kafenion bei Ouzo und Mezedes beendet.

 

In den Gassen hinter der Uferpromenade findet man eine große Anzahl von Geschäften für die Dinge des alltäglichen Lebens. Ägina hatte für uns im März so gar nichts touristisches. Irgendwie mitten drin unter Griechen und man hatte auch den Eindruck, das man nicht besonders aufgefallen ist. Überall herrschte eine freundlich entspannte Atmosphäre.

 

 

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